Bizarrer Trend: Amazon-Pakete bekommen, die man nie bestellt hat

Amazon Pakete
© Depositphotos / ifeelstock
Henning Sonnenschein
12.02.2019

Derzeit greift in Deutschland ein neues Phänomen um sich: Immer mehr Menschen bekommen Amazon-Pakete, die sie nicht bestellt haben. Dahinter verbergen sich mindestens zwei gute Nachrichten — und zwei, zumindest ein wenig, schlechte.

Die ominösen Pakete haben zwar einen echten Amazon-Aufdruck, verschickt werden sie von dem Online-Handelgiganten allerdings nicht. Dahinter stecken vielmehr Zwischenhändler, vorzugsweise aus Asien, die gleich mehrere Gründe haben, ungefragt Artikel zu versenden: Indem sie einen Zweit-Account im Namen des Empfängers der „Spende” eröffnen, haben sie die Möglichkeit, sich selbst ihre eigenen Artikel zu verkaufen — die daraufhin im Amazon-Ranking nach oben gestuft werden. Dass dies zudem die Möglichkeit bietet, Rezensionen zum Kauf zu verfassen, ist ebenfalls verlockend. Hinzu kommt, dass auf diese Weise die in Europa befindlichen Lager der asiatischen Händler (wer sich schon immer gewundert hat, wie sein elektrischer Zahnpastaspender in einem Tag von Hong Kong nach Deutschland kommt, weiß jetzt auch Bescheid) leicht aufgeräumt werden können. Die Ware nach Asien zurück zu verschiffen oder zu entsorgen, wäre viel teurer, als sie auf diese Weise zu verschenken!

Darf ich ein Amazon-Paket, das ich nicht bestellt habe, behalten?

An dieser Stelle knüpfen wir dann gleich erstmal mit der ersten der überschaubar schlechten Nachrichten an: Es liegt in der Natur der Sache, dass man auf diese Weise eher kleine und nicht gerade hochwertige Güter geliefert bekommt, sondern eher die Reste, für die sich jede andere Verwendung einfach nicht lohnt. Von der generellen Qualität günstiger Asien-Schnapper mal zu schweigen. Trotzdem bleibt in diesem Zusammenhang auch eine gute Nachricht stehen: Man kann das Zeug einfach behalten, muss es weder zurückschicken, noch irgendwo melden. Auf der negativen Seite steht jedoch auch, dass diese Praxis natürlich die Amazon-Rankings und Bewertungen manipuliert (genau das soll sie ja) und somit deren Aussagekraft für die Käufer mindert.

Beschließen wollen wir den Artikel aber trotzdem mit einer guten Nachricht: Wenn du auch mal ein Amazon-Paket bekommst, das du nie bestellt hast, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort Gift oder Sprengstoff drin ist, ziemlich gering. Also ruhig aufreißen und sich überraschen lassen!

Passend zum Thema