Alltagsfragen: Warum läuft unsere Nase, wenn es draußen kalt ist?

Warum läuft unsere Nase
© Unsplash/Braydon Anderson
Lisa-Marie Yilmaz
12.10.2019

Kaum wird es draußen kälter, ist sie Programm: die laufende Nase. Taschentücher sind quasi in Dauerbenutzung und obwohl wir eigentlich nicht erkältet sind, gehört die Schniefnase dennoch zum Daily Business dazu. Aber warum läuft unsere Nase eigentlich, wenn es draußen kalt ist?

Wir fühlen uns kerngesund – dennoch fängt die Nase an zu laufen, sobald wir bei kälteren Temperaturen aus der Haustür treten. Doch warum ist das so?

Die Nase ist längst nicht nur für unseren Geruchssinn verantwortlich, vielmehr erfüllt sie auch weitere Funktionen: Luft filtern, Luft befeuchten und Luft anwärmen, zumindest bei Kälte. Kurzum: Die Kältereaktion gehört streng genommen in den Zuständigkeitsbereich der Nase – die Vorgehensweise kann man mit einer Themostat-Heizung vergleichen. Bei kalten Temperaturen wird dem Gehirn von den Temperaturfühlern in der Nase Untertemperatur gemeldet. Der Körper sendet eine Art Heizbefehl, in der Folge strömt warmes Blut in die Nasenmuscheln, die das Innere der Nase durchziehen. Die Nasenmuscheln schwellen an und erwärmen die von außen einströmende Luft, damit diese nicht allzu kalt in den unteren Atemwegen ankommt.

Vorwärts oder rückwärts? Warum läuft die Nase, wenn es kalt ist?

So weit, so gut, denn der Körper leistet offenbar einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir nicht allzu kalte Luft einatmen. Eben dieser Vorgang ist aber auch der Grund für das Schniefen und Laufen unserer Nase. Denn: Indem unsere Nasenmuscheln anschwellen, erhöht sich auch die Sekretproduktion in unserer Nase. Die Flüssigkeit, die dafür zuständig ist, die Schleimhäute zu befeuchten, fließt in der Regel „rückwärts“, ohne dass wir diesen Vorgang bemerken. Bei starker Produktion und geschwollenen Nasenmuscheln funktioniert dieser Vorgang nicht mehr einwandfrei und das Sekret läuft nach vorn. Bedeutet: Unsere Nase läuft und wir haben eine Antwort auf diese Alltagsfrage.

Unser Körper hat echte Superkräfte

Zugegeben, auch wenn das Laufen unserer Nase im Herbst und Winter eher nervig ist, ist dieser Vorgang unseres Körpers dennoch wichtig: Denn nur so kann die Nase ausreichend geschützt und gereinigt werden. Denn das gebildete Sekret sorgt dafür, dass sich keine Fremdpartikel in der Nase festsetzen und „spült“ diese weg.
Kurzum: Das Laufen unserer Nase bei kalten Temperaturen ist wieder einmal ein Zeichen dafür, was unser Körper für Superkräfte hat!

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