Lebens-ABC: Anerkennung ist der Grund für viele Missverständnisse

Soeren Janssen
12.03.2019

In unserer neuen Serie „Lebens-ABC“ stellt unser Autor und Life-Coach Soeren Janssen regelmäßig Bereiche des beruflichen und privaten Lebens vor. Es sind Bereiche, die uns alle betreffen. Doch wir verinnerlichen nicht immer, welche Auswirkungen sie auf unseren Alltag haben. Janssen schlägt eine Brücke zwischen Theorie und alltäglichem Leben. Den Anfang macht der Buchstabe A, wie Anerkennung.

Anerkennung ist der Grund für so manches zwischenmenschliche Problem. Ebenso für manchen Streit oder Konflikt. Aber auch für die eine oder andere positive (Geschäfts-)Beziehung. Doch was steckt genau dahinter? Zunächst einmal sollten wir alle wissen, dass jeder ein gewisses Bedürfnis nach Anerkennung hat. Denn wir sind soziale Wesen. Jeder hat ein Grundbedürfnis, akzeptiert, angenommen und geliebt zu werden. Genetisch bedingt ist dieses Bedürfnis allerdings bei allen Menschen unterschiedlich.

Anerkennung ist der Grund für Missverständnisse

Neben der Genetik spielt unsere Prägung eine große Rolle. Die einen werden selbstsicher erzogen. Die anderen eher mit dem Hang zum Zweifeln, um es einmal vereinfacht auszudrücken. Und deswegen ist Anerkennung der Grund für Missverständnisse: Selbstsichere Menschen und Menschen mit Selbstzweifeln neigen dazu, sich misszuverstehen. Die Selbstsicheren unter uns denken oft, dass Menschen mit Selbstzweifel innerlich nicht richtig funktionieren. Und die eher unsicheren Mitmenschen beurteilen die selbstsicheren Zeitgenossen als selbstzufrieden. Dieses unterschiedliche Bedürfnis nach Anerkennung ist der Grund für Missverständnisse. Die Menschen sind anders getaktet und verstehen sich deswegen nicht. Wenn man allerdings weiß, wie sein Gegenüber tickt, ist es viel einfacher mit ihm oder ihr umzugehen. Das gilt für berufliche Situationen wie auch für private.

Mangelnde Anerkennung führt zu Schutzverhalten

Wer unter mangelnder Anerkennung leidet, neigt oft dazu, (Selbst-)Schutzstrategien zu entwickeln, nach denen er oder sie sich verhält. Zu diesen (Selbst-)Schutzstrategien gehören u.a. der übertriebene Drang zum Perfektionismus oder Kontrollwahn. Aber auch übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum zählen dazu. Ebenso das Thema Sexsucht. Ferner kann man mangelnde Anerkennung in Form von Schönheitswahn bzw. Schönheits-OPs erkennen. Selbst ein Putzfimmel oder ein überdimensionales Kaufverhalten (Shoppingsucht) deuten auf ein (Selbst-)Schutzverhalten hin. Die Menschen, die das jeweilige Schutzverhalten an den Tag legen, sind sich selbst nicht genug. Bedingt durch ihre Genetik und vor allem eben durch ihre Prägung. Angenommene Überzeugungen und hinderliche Glaubenssätze, die sie in sich tragen, führen dazu.

Fehlende Anerkennung in Eigenregie in den Griff bekommen

Wer also weiß, dass er an einem Mangel an Lob, positivem Feedback und Bestätigung leidet, sollte sich selbst mehr anerkennen. Denn oft erntet man zu wenig Anerkennung im Job oder im privaten Bereich von seinen Mitmenschen. Um sich selbst mehr anzuerkennen, gibt es einige Methoden. Zunächst einmal sollte man herausfinden, was einen noch so antreibt und motiviert. Das können unterschiedliche Bereiche sein wie u.a. Neugier, Idealismus, das Bedürfnis nach körperlicher Aktivität, nach Essen, schönen Dingen (Design und Ästhetik), Sex oder Erotik oder das Bedürfnis nach innerer Ruhe. Dann geht man in sich und entwirft etwa mit Hilfe eines Life-Coachs einen regelrechten Plan zur eigenen Anerkennung. Die Neugierigen unter uns lesen möglichst viele Artikel oder Bücher in einer bestimmten Zeit. Die Wohltätigen setzen sich achtsam für idealistische Zwecke ein. Die Sportskanonen gehen in den inneren Wettbewerb mit sich selbst. Die Gourmets schenken sich eigene Anerkennung durch bewusste Kochabende.

Anerkennung ist der Grund für neue Verhaltensweisen

Und so bekommt das Thema Anerkennung im Nu eine ganz andere Drehung.  Und es ist der Grund für neu an den Tag gelegtes Verhalten in deinem Leben. Man kommt wesentlich besser damit klar, dass der Partner wieder mal nicht gelobt hat. Oder die Chefin wieder mal nicht aufmerksam gewesen ist. Wer diese Tricks beherzigt, lebt wesentlich relaxter. Und man geht wesentlich souveräner mit aufkochenden Konflikten und Problemen um. Probier es doch einfach einmal aus.

Über den Autor

Soeren Janssen

Soeren Janssen ist Experte für Motivation und Life- & Business-Coach. Mit dem Lebens-ABC stellt er interessante Punkte vor, die immer wieder zur Thematik werden in seinen Coachings. Der Wahlberliner arbeitet mit kreativen Methoden und ist über www.soerenjanssen.com zu erreichen.