Berlinale 2019-Stars: Ein Filmfestival und die Entdeckung der Frau

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© dpa / picture-alliance

Wir schreiben das Jahr 2019 und wir feiern das 100-jährige Wahlrecht der Frauen in Deutschland. Mehr noch: Ein Filmfestival hat mit seinen Berlinale 2019-Stars die Frau für sich entdeckt. 7 von 17 Filmen entstanden unter weiblicher Regie. Das Traurige: Die Berlinale bleibt mit dieser Frauenpräsenz eher die Ausnahme im Filmgeschäft.

So viel Frauenpower gab’s noch nie bei einer Berlinale (7. bis 17. Februar). Und selbst die Berlinale-Jury wird in diesem Jahr von einer Frau, der Schauspielerin Juliette Binoche („Der englische Patient”), angeführt. Stolz verkündete sie bei der Kick-off-Pressekonferenz, dass 7 Filme von 17 unter weiblicher Regie entstanden sind. Also eine Frauenquote von 41 Prozent. Wow. Natürlich ist es ein wesentlicher Fortschritt verglichen mit den Jahren zuvor und doch reden wir am Ende lediglich von ausgleichender Gerechtigkeit (auch wenn da noch 9 Prozent fehlen). Umso bemerkenswerter das Medienecho: „Fast die Hälfte aller Filme kommen von Frauen!”  oder „Frauenpower! Berlinale feiert deutsche Regisseurinnen” . Normalität? Fehlanzeige.

Berlinale 2019-Stars: Diese Frauen machen den Männern das (Film)leben schwer

Auf der anderen Seite ist so ein Widerhall auch nachvollziehbar. Warum sollte etwas auf einmal normal sein, was es seit Jahren nicht war. Dazu kommen die zahlreichen anderen Berufsfelder, in denen Frauen weiterhin nicht die angemessene Wertschätzung erfahren. Die Politik und die Führungsetagen der Wirtschaft sind nur die beiden prominentesten Negativ-Beispiele. Vielleicht ist die Berlinale aber auch deshalb weiblicher in diesem Jahr, weil es die #metoo-Bewegung Ende 2017 gegeben hat, die vor allem von Frauen aus dem Filmbereich ausgelöst wurde. Was auch immer der Grund für die Entdeckung der Frau im Film war, sie ist richtig, nötig und nachahmenswert.

Und das Licht am anderen Ende des Tunnels scheint ein nachhaltiges zu sein: Laut eines MDR-Berichts hat sich bei der Filmförderung des Bundes der Anteil der geförderten Regisseurinnen seit 2018 verdoppelt.

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