Cara Delevingne verliert 50.000 Follower – weil sie R. Kelly kritisiert

© picture alliance / dpa
Lisa-Marie Yilmaz
13.01.2019

Er ist der erfolgreichste R&B-Künstler der vergangenen 25 Jahre – und ungefähr genauso lange halten sich die öffentlichen Anschuldigungen gegen R. Kelly. Dieser soll minderjährige Mädchen zum Sex genötigt, körperlich und seelisch missbraucht und als Sexsklaven gehalten haben. Die Anklageliste gegen den Sänger ist lang – und immer mehr Promis melden sich zu Wort, um Stellung zu beziehen! Via Instagram hat nun auch Topmodel Cara Delevingne R. Kelly öffentlich kritisiert – und die Konsequenzen der sozialen Netzwerke zu spüren bekommen …

Laut ihrem Post hat sich Delevingne die Dokumentationsreihe Surviving R. Kelly angesehen. Darin berichten Frauen in sechs einstündigen Folgen davon, wie sie von dem Sänger systematisch unterdrückt und sexuell missbraucht wurden. Die Vorwürfe gegen Kelly sind nicht neu: Seit 1994 kommen immer wieder Anschuldigungen gegen den 52-Jährigen ans Licht, die bislang jedoch immer wieder außergerichtlich beigelegt wurden.

Mit diesem Post kritisiert Cara Delevingne R. Kelly

Cara Delevingne ist nicht die erste Prominente, die ihre Bekanntheit offensiv nutzt, um auf die Vorwürfe gegen R. Kelly aufmerksam zu machen. Sänger John Legend und Kollegin Lady Gaga hatten bereits öffentliche Statements gezogen; Lady Gaga entschuldigte sich via Twitter für die einstige Zusammenarbeit mit Kelly und ihr „schwaches Urteilsvermögen“. Und auch Delevingne räumt ein, dass sie Kellys Musik weitergehört habe, obwohl sie einst von den Vorwürfen wusste – zu lange konnte sie den Ernst der Lage nicht verstehen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

I finished the Surviving R Kelly documentary last night and I am so shocked and outraged at how long this has gone on. My heart goes out to all the victims of his emotional and physical abuse and their families. This man is a predator that feeds of power and in my opinion is far worse than Harvey Weinstein and needs to be held accountable. I am not trying to compare the two, my point is, Harvey is being investigated and R Kelly is not. We have ourselves to blame in this situation, I knew of the allegations but failed to try and understand the severity of the situation. I still continued to listen to his music. Stop separating art from the artist, just because he sings like an angel, doesn’t mean he is one. I still want to applaud @johnlegend @keke @vincestaples @chancetherapper @jadapinkettsmith @ladygaga for continuing the conversation. I really hope that more musicians stand up against this monster #MuteRKelly #MeToo #blackgirlslivesmatter

Ein Beitrag geteilt von Cara Delevingne (@caradelevingne) am

„Ich habe gestern die Dokumentation über R. Kelly angeschaut und bin so schockiert und empört darüber, wie lange das andauern konnte. […] Dieser Mann ist ein Raubtier, das sich von Macht ernährt und in meinen Augen noch schlimmer ist als Harvey Weinstein. Er muss zur Rechenschaft gezogen werden. Ich versuche nicht, die beiden zu vergleichen. Harveys Fälle werden untersucht und die von R. Kelly lange nicht. Wir sind selbst schuld daran, auch ich wusste von den Vorwürfen, konnte aber den Ernst der Situation nicht verstehen. Ich hörte auch weiterhin seine Musik. Wir müssen aufhören, die Kunst vom Künstler zu trennen. Nur weil er wie ein Engel singt, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch einer ist!“

Es dauerte nicht lange, ehe sich unter dem Post eine hitzige Diskussion entfachte. Die einen stimmen Cara zu, wollen, dass jeder Missbrauch Konsequenzen trägt – ungeachtet des Promi-Status‘! Andere wiederum werfen dem Model eine Hetzkampagne gegen R. Kelly vor – und entliken Caras Account. Cara Delevingne verlor nach der Veröffentlichung des Posts etwa 50.000 Follower – an nur einem Tag. Weil ein Model offenbar nichts zu sagen hat und lieber ruhig bleiben sollte, zumindest, wenn es nach der Meinung vieler User geht. Darüber kann Cara aber nur lachen – und ist alles andere als still. Vielmehr folgt ein weiterer Post, in dem sie das Entliken vieler Nutzer nicht nur offen anspricht, sondern auch offen betont, dass sie nicht mehr länger schweigen wird!

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

This is me realizing I lost more than 50,000 followers yesterday after posting about @rkelly Every time I say something real, something I truly believe, something others may think of as controversial, something that makes people think and ask questions, I lose followers. The followers I lose clearly don’t agree with what I have to say, people that support the ideas and actions of others who are moving backwards and not forwards. In 2019, I want to be more confrontational. Confrontation IS NOT VIOLENCE btw, it’s communication. Something I still struggle with. I have always been taught to avoid confrontation at all costs, which caused me to be silent most of my life, silence causes suppression and suppression causes sickness. Not anymore! Goodbye silence and backwards followers, hello confrontation and forward thinkers. It’s going to be a loud year xxx #MuteRKelly

Ein Beitrag geteilt von Cara Delevingne (@caradelevingne) am

Warum Konfrontation in Zeiten von #MeToo so wichtig ist

Cara Delevingne steht für etwas ein, das in Zeiten von #MeToo nicht wichtiger sein könnte: Konfrontation! Denn für sie ist Konfrontation ein Zeichen von Kommunikation – etwas, das für Frauen, die immer geschwiegen haben, der wichtigste Schritt zur Rettung ist! Dass Cara Delevingne mit ihrem Appell also Follower und Likes verloren hat, sollte dem Model herzlich egal sein können! Und genau dafür hat sie die richtigen Worte gefunden, wie sie schreibt: Auf Wiedersehen Stille und rückwärts gewandte Follower. Hallo Konfrontation und Vorwärts-Denker. Das wird ein lautes Jahr!“

Passend zum Thema