Coronavirus: Willkommen in Deutschland!

Coronavirus: Willkommen in Deutschland!
© Unsplash / Siyan Ren

Es begann in China, ging nach Japan und Südkorea, machte einen Abstecher in den Iran und schwappte schließlich bis nach Europa über, wo es aktuell Italien heimsucht und nun auch bei uns in Deutschland angekommen ist: das Coronavirus. Für die Medien wie immer ein gefundenes Fressen zur riesengroßen Panikmache. Natürlich gilt für uns alle: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste — aber Angst und Panik (oder Atemschutzmasken) sind das Letzte, was man jetzt braucht…

Corona — ist das nicht ein mexikanisches Bier? Auch, ja. Beim Coronavirus handelt es sich allerdings um eine Atemwegserkrankung mit grippeartigem Verlauf. Symptome beinhalten Husten, Schnupfen und Fieber oder auch Durchfall. In schwereren Fällen kann das Virus auch die Lunge befallen und dann Lungenentzündungen und Atembeschwerden verursachen. Übertragbar ist das Virus von Mensch zu Mensch via Tröpfcheninfektion — wie halt bei der Grippe auch. Atemschutzmasken schützen übrigens nicht gegen eine Ansteckung mit dem Virus, da es trotzdem durch das Material oder andere Schleimhäute wie die Augen eindringen kann.

Jetzt auch in Deutschland erhältlich

Im nordrhein-westfälischen Erkelenz ist jetzt ein Mann am Coronavirus erkrankt und liegt derzeit im Düsseldorfer Uniklinikum unter Quarantäne. Auch seine Frau scheint mit dem Virus infiziert zu sein. Beide hatten Kontakt zu einem Bekannten, der kürzlich beruflich nach China gereist ist — sehr cleverer Move bei der aktuellen Lage dort! Der Mann ist Ende 40 und laut Medienberichten bereits mit einer Lungenerkrankung vorbelastet. Dadurch ist er besonders anfällig für das gefürchtete SARS-CoV2. Ob der offenbar infizierte Bekannte sich auch in medizinische Behandlung befindet, ist unklar. Zuvor gab es bereits einen gemeldeten Coronavirus-Fall in Baden-Württemberg, ein 25-Jähriger, der nach Italien gereist war.

Das Coronavirus ist erstmals in China auf einem Seafood-Markt ausgebrochen. Neben Meeresfrüchten wurden auf dem Markt auch Organe von Wildtieren und Reptilien verkauft und die Entstehungsquelle des Virus wird darin vermutet. Und es ist nicht die erste Seuche, die durch fragliche kulinarische Eigentümlichkeiten entsteht: Man denke an den ebenfalls gefürchteten Ebola-Virus, der durch das Verspeisen von infizierten Fledermäusen in Westafrika entstand und seine Runde machte. Andere Länder, andere Sitten — aber von der Epidemie hat dafür jeder was! Merci!

Jedes Jahrzehnt braucht eine Seuche

Italien ist aktuell der Coronavirus-Hotspot in Europa. Dort wütet eine regelrechte Epidemie. Erinnert ein bisschen an die Pest aus dem Mittelalter, oder? Die kam auch aus Asien nach Florenz, bevor sie sich weiter in Europa ausbreitete und etwa die Hälfte der Bevölkerung dort ausrottete. Aber: So schlimm ist das mit dem Coronavirus nicht! Viele hört man sagen, dass es auch nicht gefährlicher als eine herkömmliche Grippe sei. Manche merken es nicht einmal, dass sie infiziert sind oder halten es für eine einfache Influenza, die von selbst wieder ausheilt. Risikogruppen sind — wie bei fast allem — natürlich Ältere sowie Menschen mit Vorerkrankungen und dadurch mit eh schon geschwächtem Immunsystem.

Warum aber artet es — wie schon 2009 bei der ach so gefürchteten Schweinegrippe oder der EHEC-Epidemie 2011 — direkt wieder in Panik aus? Weil diese Seuche wieder mal etwas Neues und Unbekanntes ist — und unbekannte Bedrohungen machen uns Angst… bzw. die Medien. Ich denke, wenn wir alle wüssten, wie viele Menschen jährlich in Deutschland (oder weltweit) an einer regulären Influenza sterben, würden wir sicher erstaunt und erschrocken zugleich sein. Doch darüber gibt es keine Zahlen und Fakten. Sobald aber neue Begrifflichkeiten und Virusarten ihr Unwesen treiben, wird man hellhörig und dann gibt es plötzlich nichts Bedrohlicheres mehr.

Zum Vergleich: Allein an der Schweinegrippe starben weltweit mehr als 18.000 Menschen aus 214 Ländern, der Coronavirus hat bislang bei weltweit mehr als 81.000 gemeldeten Fällen (davon 19 bestätigte in Deutschland) rund 2.700 Todesopfer gefordert — davon mehr als 1.000 allein in China. Es handelte sich aber in den meisten Fällen um ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen. In Deutschland haben sich die meisten der gemeldeten Erkrankten bereits von dem Virus wieder erholt. Dass sich das Virus in China wie ein Lauffeuer ausbreitet, ist unter Anbetracht der extrem hohen Bevölkerungsdichte nicht verwunderlich.

Ruhe bewahren — aber dennoch ein paar Dinge beachten!

Heute früh auf Facebook beschwerten sich verärgerte und verängstigte Leser unserer lokalen Zeitung darüber, dass der Online-Artikel über den Coronavirus-Fall in NRW kostenpflichtig ist. Kernaussage: Es werden uns wichtige Informationen vorenthalten, wie man sich vor dem Virus schützen kann. Liebe Leute, ein Artikel wird euch nicht vor einer Ansteckung schützen, so viel ist klar! Und das Coronavirus ist nicht erst seit gestern Thema in den Medien — man weiß mittlerweile, zu welchen Schutzmaßnahmen man greifen kann und soll. Panikmacherei hilft also niemandem — nicht den Erkrankten, nicht den Gesunden und schon gar nicht unser aller Nervenkostüm! Anstatt sich nun zu Verbarrikadieren und jeglichen Kontakt zur Außenwelt zu meiden, sollte man einfach folgende Maßnahmen ergreifen und beherzigen:

  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife für mindestens 20 Sekunden (inklusive Handgelenke) — Desinfektionsmittel unterwegs benutzen
  • In die Armbeuge husten und niesen
  • Mindestens 1 bis 2 Meter Abstand von Erkrankten halten
  • Meiden von Massenveranstaltungen mit Menschenmengen
  • Vitaminreiche Ernährung zur Stärkung der eigenen Abwehrkräfte

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