Ein Platz für Kinder: Hier geht es um die Opfer — und nicht um die Täter!

Ein Platz für Kinder
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Dennis Ebbecke
21.03.2018

Es sind nicht nur alleine die unmenschlichen Taten, die uns lähmen und uns so sehr an die Nieren gehen. Häufig ist es auch dieses Gefühl, dass in unserem System mehr für die Täter als für die Opfer getan wird. Von der medialen Berichterstattung bis hin zu den unzähligen Therapiemöglichkeiten für Straftäter: Während die Opfer von Gewaltverbrechen ihr Leben lang leiden müssen, erhalten viele Schädiger eine zweite Chance. Umso wichtiger ist es, dass es Orte wie die Mattisburgen der Stiftung Ein Platz für Kinder gibt — denn in diesen Schutzhäusern zählen (nur) die Opfer!

Jedes Kind kennt und liebt die von Astrid Lindgren erzählte Geschichte der Ronja Räubertochter. Die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis lebt zusammen mit ihren Eltern und deren Bande auf der Mattisburg im Mattiswald. Für Ronja ist sie mehr als nur ein Zuhause — sie ist eine Festung der Sicherheit, des Schutzes. An diesen Ort aus dem erfolgreichen Kinderbuch wurden auch die Schutzhäuser der im Jahr 2005 gegründeten Stiftung Ein Platz für Kinder namentlich angelehnt. Initiatorin Johanna Ruoff und ihr Team geben Kindern zwischen vier und zwölf Jahren ein Heim, die bereits Unvorstellbares über sich ergehen lassen mussten.

Jedes Kind hat ein Recht auf Geborgenheit und Sicherheit!

Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung: Die Kinder, die in die Mattisburgen aufgenommen werden, haben so schlimme Traumata erlebt, dass sich ihr Leid in einem besonders extremen Verhalten äußert – von Selbstzerstörung über Essstörungen bis hin zu Gewaltattacken. Diese Verhaltensauffälligkeiten führten dazu, dass die Kleinen in Heimen oder bei Pflegefamilien keinen Fuß fassen konnten. Und genau hier setzt Ein Platz für Kinder an. Es darf nicht sein, dass die Kinder, die sich häufig in kinderpornografischen Strukturen befanden oder jahrelangen sexuellen Missbruch erleiden mussten, erneut fallengelassen werden.

Ein Platz für Kinder

Jedes Kind hat es verdient, Zuwendung, Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren. Warum fallen vor allem die vier bis zwölfjährigen durch besondere Verhaltensweisen auf? Auch weil sie einfach zu jung sind, um das Geschehene in Worte zu fassen. Oft werden sie von den Schädigern erpresst oder haben grundsätzlich das Vertrauen in Erwachsene verloren. Wenn die klassischen Maßnahmen der Jugendfürsorge nicht mehr greifen, kommen die Mitarbeiter der Mattisburgen mit ihrem besonderen Know-how ins Spiel.

Ein Platz für Kinder-Schirmherrin Sawatzki: „Ihre Seelen sind zerstört”

Die Arbeit der Menschen in den Mattisburgen ist nicht hoch genug zu bewerten, wie Schauspielerin und Schirmherrin Andrea Sawatzki (u.a. Tatort) betont: „Diese Kinder sind traumatisiert. Ihre Seelen sind zerstört. Über das Erlebte zu sprechen, ist kaum noch möglich. Diese Kinder aufzufangen, ihnen Schutz zu geben, sie zu verstehen und einen Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen, ist kraftzehrend. Betreuer, Therapeuten und Psychologen müssen damit täglich umgehen.“

Ein Platz für Kinder

Ohne die Hilfe von Spendern wäre es nicht möglich, den kleinen „Würmern“ eine Chance auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu geben. Alleine schon die Tatsache, dass häufig Türen, Fenster oder Möbel zu Blitzableitern des Erlebten werden, macht deutlich, dass auch deine Hilfe gefordert ist. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, das Projekt Ein Platz für Kinder zu unterstützen. Denn hier geht es um die Opfer und nicht um die Täter …

Hier kannst du spenden und den Kindern Hoffnung und eine Zukunft geben!

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