Lebens-ABC: Was Glaubenssätze wirklich bedeuten

Glaubenssaetze
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Soeren Janssen
01.05.2019

G wie Glaubenssätze steht als nächstes auf unserer Agenda von unserem beliebten Lebens-ABC. Wir gehen der Frage nach, was Glaubenssätze wirklich bedeuten, wie sie unseren Alltag unbewusst bestimmen und wie wir mit ihnen besser umgehen können.

Glaubenssätze hat im Regelfall jeder von uns. Die einen bewusst, die anderen eher unbewusst. Glaubenssätze sind Annahmen, nach denen wir eben bewusst oder unbewusst leben. Bestsellerautorin Stefanie Stahl („Das Kind in dir muss Heimat finden“) bringt es wunderbar auf den Punkt wie fast niemand sonst zuvor: „Unter einem Glaubenssatz versteht man in der Psychologie eine tief verankerte Überzeugung, die eine Einstellung zu uns selbst oder zu unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ausdrückt.“. Das Wichtige also ist, die eigenen Glaubenssätze zu kennen. Damit funktioniert das gesamte Leben wesentlich einfacher. Wer sich also mit diesem Thema für sich ganz persönlich beschäftigt, wird eine Menge über sich lernen. Und davon profitieren.

Glaubenssätze bestimmen unbewusst unseren Alltag

Wer nicht seiner Glaubenssätze bewusst ist, läuft Gefahr, dass die eigenen negativen Überzeugungen sein Leben bestimmen. Oder zumindest sein Verhalten beeinflussen. Und somit auch seine Entscheidungen. Und in der Folge den persönlichen oder beruflichen Erfolg beeinträchtigen. Viele hinderliche Glaubenssätze, die wir mitunter Jahre oder Jahrzehnte mit uns herum tragen, stammen aus unserer Kindheit und Jugend. Eltern, ältere Geschwister und Lehrer teilen uns ihre Meinungen zu gewissen Themen kund. Je öfter wir diese hören, desto leichter implementieren wir diese in unser Denken und Handeln. Das findet in den ersten und in den zweiten sechs Lebensjahren statt. In der Prägungsphase. Natürlich können wir auch im Teenageralter und später noch Glaubenssätze annehmen, nach denen wir dann handeln. Selbst die Werbung bombardiert mit bewussten Messages unser Unterbewusstsein (u.a. „Geiz ist Geil“). Und lässt uns somit oft nicht mehr nach unserer eigenen Natur bzw. Motivation leben.

So kannst du mit eigenen Glaubenssätzen besser umgehen

Nimm dir Zeit zur Selbstreflexion und versuche in dich hinein zu hören. Nach welchen Annahmen lebst du ganz generell? Kommen dir Themen bekannt vor wie u.a. „Ich bin nicht gut genug“, „Als Frau darf man das nicht“, „Männer müssen stark sein“, „Geld verdirbt den Charakter“, „Nur Akademiker sind gute Menschen“ oder „Das schaffe ICH doch niemals“. Wenn dem so ist, ist es höchste Zeit, dass du dich mit diesem Thema auseinandersetzt. Denn die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass einige dieser Überzeugungen schlicht und ergreifend falsch sind. Schreibe dir im Idealfall alle  Annahmen in ein Notizbuch, die du in dir trägst. Was machen diese Annahmen mit dir, wenn du sie schwarz auf weiß liest? Wie fühlst du dich? Wenn du beim Lesen negative Emotionen bekommst, ist es an der Zeit, diese Glaubenssätze umzuformulieren oder zu überschreiben. Und du baust diese Sätze um, z.B. „Ich bin nicht gut genug“ wird zu „Ich bin es mir wert“. „Als Frau darf man das nicht“: „Als Frau darf ich alles“. „Männer müssen stark sein“: „Als Mann darf ich Gefühle zeigen“. „Geld verdirbt den Charakter“: „Mit Geld kann ich anderen helfen“.

Bei Schwierigkeiten suche dir Hilfe bei einem professionellen Life- oder Business-Coach. Coaches arbeiten mit diesem Thema täglich und können schnell helfen. Zudem wissen sie regelrechte Methoden, wie man das Thema „Glaubenssatz“ besser in sein Leben integriert.

Glaubenssätze der Gewinner

Wenn man sich die Medien anschaut oder etwas googelt, findet man absolute Winner-Typen unter uns. Oft sind diese „Gewinner“ diejenigen, die schon seit frühester Jugend mit einer hohen Anzahl an positiven, motivierenden Glaubenssätze durchs Leben gehen. So wissenschaftliche Studien. „Ich bin mutig“, „Ich bin genug“, „Ich bin wertvoll“, „Ich bin ein Gewinner-Typ“ oder „Ich schaffe alles, was ich will“ sind Beispiele für positive Überzeugungen. Sicherlich sollten diejenigen, die solche Annahmen früher nie zu hören bekommen haben, ihr Elternhaus nicht dafür verantwortlich machen. Unsere Eltern haben im Regelfall das Bestmögliche gegeben. Oft wussten sie es nicht besser. Wer im Erwachsenenalter das einsieht, kann Verantwortung für sich selbst übernehmen. Und im Bedarfsfall die Glaubenssätze der Gewinner auch für sich entdecken. Und anwenden.

In den meisten Coachingprozessen entdecke ich mit meinen Kunden einen oder mehrere Glaubenssätze, die ihnen das Leben schwer machen. Oder die Ursache sind, weswegen der Schuh drückt. Einmal herausgefunden und identifiziert, wird so manches klar. Und der Nebel um das Problem lichtet sich enorm schnell. Lebt man unbewusst über längere Zeit mit hinderlichen Überzeugungen, können Burnout, Depressionen oder chronische Unzufriedenheit die Folge sein.

Über den Autor

Soeren JanssenSoeren Janssen ist Experte für Motivation und Life- & Business-Coach. Mit dem Lebens-ABC stellt er interessante Punkte vor, die immer wieder zur Thematik werden in seinen Coachings. Der Wahlberliner arbeitet mit kreativen Methoden und ist über www.soerenjanssen.com zu erreichen.

 

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