Goldene Kamera vs. Oscars: Müssen wir uns wirklich entschuldigen?

Fabian Langkamp
05.03.2017

Die Goldene Kamera 2017 ist vorbei, das Gelächter über die Preisverleihung hingegen in vollem Gange. Die deutsche Medienlandschaft ist sich einig: So viele Fremdschäm-Momente flimmerten selten zuvor über den Bildschirm. 2GLORY hat sich Gedanken darüber gemacht, warum die Oscar-Verleihung trotz des peinlichsten Fehlers aller Zeiten so viel besser wegkommt. Ein Kommentar von Fabian Langkamp …

Nach dem gestrigen Abend hat ein Großteil der deutschen Bevölkerung das dringende Bedürfnis, sich bei den preisgekrönten Hollywoodstars Jane Fonda, Colin Farrell, Nicole Kidman und Co. zu entschuldigen. Doch wofür eigentlich? Zugegeben: Die Laudatio von Annette Frier und dem als Umschlag verkleideten Matthias Matschke war so schräg, dass Farrell den Auftritt mit einem Scheibenwischer quittierte. Und auch die wirre Performance des Ryan Gosling-Doubles verfehlte irgendwie ihre Wirkung.

Goldene Kamera 2017 peinlicher als der Oscars-Fehltritt?

Doch lassen wir die Peinlichkeiten an dieser Stelle mal beiseite: Eigentlich lief bei der Verleihung der Goldenen Kamera 2017 alles nach Plan ab. Davon können die Verantwortlichen der diesjährigen Academy Awards nur träumen. Wie 2GLORY berichtete, sorgten die Oscars noch im Februar für den größten Fehltritt aller Zeiten, als in der wichtigsten Kategorie („Bester Film“) die falschen Sieger auf die Bühne gebeten wurden. Wie kann es dennoch sein, dass wir sehnsüchtig nach Hollywood blicken und das Gefühl haben, uns bei der Welt entschuldigen zu müssen?

Mehr Glamour, weniger Trash!

Fehlt uns tatsächlich der Glamour oder schätzen wir unsere Künstler einfach nur zu wenig? Fehlt uns das Selbstbewusstsein der vermeintlichen Traumfabrik Hollywood? Vermutlich ist es so wie meistens im Leben: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Wenn man großartige internationale Stars à la Fonda & Co. einlädt, dann sollte man deren Glamour-Faktor zweifellos besser zu nutzen wissen. Auf der anderen Seite sind die hochtrabenden und überzogenen Inszenierungen Hollywoods auch nicht jedermanns Geschmack. Diese führen nicht selten dazu, dass sich Menschen zu wichtig nehmen. Der Weg vom unbegabten Schauspieler zum mächtigsten Mann der Welt scheint in den USA leichter erreichbar zu sein. Die bessere Option ist das – aus meiner persönlichen Sicht – auch nicht.

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