Kindsköpfe: Diese Kinder-Erfindungen sind längst etablierte Alltagsgegenstände

Kindsköpfe: Diese Kinder-Erfindungen sind längst etablierte Alltagsgegenstände
© Depositphotos / Yaruta

Dass Kinder Erfindungen am laufenden Band produzieren, weiß jeder, der selbst welche hat — und sei es nur im Bekannten- oder Verwandtenkreis. Dass neben vielen lustigen und kreativen, am Ende aber doch wenig realistischen Gedankenblitzen auch echte Volltreffer dabei sein können, beweist ein Blick in die Geschichte.

Der Tag der Erfinder am 9.11. ist die perfekte Gelegenheit, sich das einmal bewusst zu machen! Gerade in den Pionierzeiten des industriellen Fortschritts im 19. und frühen 20. Jahrhundert, war es eine fruchtbare Zeit für Geniestreiche von Heranwachsenden. Und dass diese Ideen nicht nur damals Sinn machten, sondern zeitlose Lebenshilfen darstellen, beweist die Tatsache, dass wir sie nicht selten bis heute im Gebrauch haben.

Genau das war auch der Maßstab für unsere Auswahl: Welche Konstruktionen aus Kinderhand waren so gut und nachhaltig erfolgreich, dass sie heute noch zu unserem Alltag gehören — in den meisten Fällen wohl ohne Kenntnis, dass die Grundidee dazu von einem Heranwachsenden stammt, der sonst mit Fug und Recht andere Dinge im Kopf haben dürfte, als die Welt zu verändern? Andererseits ist es aber wohl auch gerade der unvoreingenommene Tastendrang, der solche bemerkenswerten Entwicklungen fördert. Und nicht selten war es einfach die ebenso pragmatische wie kindlich-kreative Selbsthilfe, die zum großen Wurf geworden ist.

Diese Kinder-Erfindungen sind zu wichtigen Alltagsgegenständen geworden:

1

Trampolin

1930 besuchte der 16-jährigen George Nissen einen Zirkus. Er war fasziniert davon, wie sich die Trapeztänzer in ein Netz fallen ließen — und sponn die Idee weiter, wie es wäre, wenn dieses Netz einen wieder hochkatapultieren würde. Da er selbst begeisterter Vereinsturner war, schwebte ihm bald ein entsprechendes Sportgerät für große Sprünge vor, das er dann in der heimischen Garage auch tastsächlich zusammenbaute. Es wurde schnell ein Erfolg: Im Zweiten Weltkrieg diente das Trampolin zur Ausbildung von Soldaten. Der Name stammt aus dem Spanischen: „El Trampolin” bedeutet so viel wie „Das Sprungbrett”.

2

Ohrenschützer

Im Winter 1873 in den USA ging der 15-jährige Chester Greenwood Schlittschuhlaufen. Der für warme Ohren um den Kopf gebundene Schal verrutschte aber ständig, weshalb er sich einen Drahtbogen für den Kopf zurechtbog und seine Oma bat, diesen mit Fell zu bespannen. 1877 ließ er seine Erfindung patentieren und bereicherte damit die Welt der Winterbekleidung bis heute.

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3

Eis am Stiel

Dass ausgerechnet ein Kind eine neue Eisform erfunden hat, ist jetzt nicht so überraschend. Es war im Jahr 1905, als der elfjährige Frank Epperson Brausepulver in sein Wasser rührte und die fertige Limo zur Kühlung ins Eisfach stellte. Den Rest erledigte der Zufall: Er ließ ließ das Holzstäbchen zum Umrühren im Glas und vergaß, das Getränk rechtzeitig aus dem Gefrierfach zu holen. Als das Glas beim Herausnehmen wieder wärmer wurde, löste sich der Eisblock mit Anfasser aus dem Behältnis — und fertig war das Eis am Stiel. Es dauerte noch mehrere Jahre, bis er diese Zufallserfindung zum Patent anmeldete.

4

Blindenschrift

1812, im Alter von drei Jahren, erblindete der Franzose Louis Braille durch einen Unfall. Später kam er auf das Pariser Blindeninstitut und lernte dort die sogenannte „Nachtschrift”, die für militärische Zwecke erfunden wurde, um sich auch nachts ohne Licht verständigen zu können. Louis wollte sie vereinfachen und ersetzte jeden Buchstaben durch eine bestimmte Anzahl von fühlbaren Punkten. 1850 wurde die Brailleschrift in Frankreich offiziell als Blindenschrift eingeführt und ist heute als solche weltweit gültig.

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5

Fernseher

Okay, hier haben wir etwas geschummelt. Der Fernseher im eigentlich Sinne hat verschiedene Väter, und die meisten davon waren gestandene Wissenschaftler. Einer von ihnen, Philo Farnsworth, hatte aber schon als 14-Jähriger aus freien Stücken die zündende Idee: Die parallelen Furchen eines Kartoffelackers inspirierten ihn zu der Vorstellung, dass man so auch Bilder übertragen könne – Zeile für Zeile, mit einem Kathodenstrahl zwischen Sender und Empfänger. Das ist das Grundprinzip, auf dem die Funktion des Fernsehens beruht.

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