Liebeskummer und Corona: 9 Tipps, die dir in dieser Krisenzeit helfen können

Liebeskummer und Corona
Olivia Alferov
26.04.2020

Liebeskummer ist immer schmerzhaft. Ganz besonders in Zeiten der Isolation. Die Normalität, wie wir sie kennen, ist durch Covid-19-Maßnahmen stark eingeschränkt und verunsichert uns fundamental. Wie verarbeitet man Trennungsschmerz in dieser außergewöhnlichen Situation?

Liebeskummer ist einfach scheiße! Es öffnet sich eine Tür zu einem Raum von unbenannten Gefühlen gepaart mit fast vergessenen Erinnerungen. Wer will schon freiwillig durch diese Tür gehen? Fast jeder neigt dazu, diese Tür mit aller Kraft zu verschließen und sich einfach abzulenken. Man stürzt sich in die Arbeit, in sein Hobby, in den nächsten Wochenendtrip, ins Nachtleben, egal. Hauptsache es hilft einem nicht an die geliebte Person zu denken. Doch all das ist für viele gerade nicht möglich.

Liebeskummer und Corona: Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um?

Natürlich sollte man nicht fliehen und sich stattdessen seinen emotionalen Herausforderungen stellen, auch wenn eine gewisse Portion Ablenkung gesund ist. Doch wie soll das gehen in dieser Krisenzeit? Wer hat denn schon Lust mit einem gebrochenem Herzen ein verf***tes Puzzel zu machen? Nein, es muss ein neuer Covid-19-Liebeskummer-Plan her! Eine neue Strategie, die erlaubt in Zeiten des Nicht-Planens zu planen.

Ganz wichtig: Gefühle sind Gefühle. Bewerte sie nicht! Wenn sie da sind, egal warum, dann sind sie da. Trauer, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung, Sehnsucht… alle Gefühle haben eine Daseinsberechtigung. Leider entwickeln die meisten Erwachsenen ein Gefühl von Scham, wenn es um solche Emotionen geht. Die Gesellschaft hat uns leider dahingehend konditioniert, dass wir solche „extremen” Gefühle als Schwäche wahrnehmen. Das sollten wir unbedingt in unserer Wahrnehmung ändern, somit kann akuter Liebeskummer eine Chance sein wieder in Kontakt zu treten mit der eigenen inneren Gefühlswelt. Auch wenn es schmerzhaft ist, ist es am Ende die gute Version davon: Wachstumsschmerz. 

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Du bist nicht allein 1.0: Freunde

Wenn du Schwierigkeiten hast, dich zu sortieren und die Gefühle zu benennen, dann ruf’ eine/n Freund/in an! Jeder braucht Trost und Fürsorge, trau’ dich ruhig nach einem offenem Ohr zu fragen. Keine falsche Scham in diesen unsicheren Zeiten. Achte darauf, dass du regelmäßig mit jemandem sprichst und dich nicht von der Isolation einnehmen lässt.

2

Du bist nicht allein 2.0: Ex-Partner/in

Jetzt kurz innehalten und überlegen: Hast du dich wirklich ausgesprochen mit deinem Gegenüber? Ist wirklich alles gesagt und gefragt worden, was dir auf dem Herzen liegt? Meistens fällt einem noch etwas eine Woche später ein, aber man hat nicht den Mut zum Hörer zu greifen. Das ist schade, denn manchmal kann so ein Austausch wahre Wunder bewirken. Falls du dich nicht traust anzurufen, dann schreib doch einen Brief.

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Du bist nicht allein 3.0: Therapie

Wenn du das Gefühl hast, dass du dich in deinen eigenen inneren Konflikten wiederholst oder andere psychologische Beschwerden hast, dann versuche es mal mit Hilfe zur Selbsthilfe. Auch in Zeiten von Corona arbeiten Therapeuten. Manchmal sogar über Video-Telefonie. Wenn du auf die Schnelle keinen Platz bekommst, dann lass dich trotzdem überall auf die Warteliste setzen. Mit dieser Suchmaschine kannst du Therapeuten finden.

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Verarbeitung 1.0: Bücher & Talks

Es heißt nicht ohne Grund Trennungsschmerz „verarbeiten”: Man kann sich die Dinge erarbeiten. Es gibt unendlich viele Bücher, die dich bei der Verarbeitung begleiten. Ob es Erfahrungsberichte sind oder verschiedene Perspektiven von professionellen Coaches, such dir das aus, was dich am meisten anspricht. Auch viele gute TED-Talks auf Youtube sind unterstützend und inspirierend. Eckhart Tolle, Tony Robbins oder Esther Perel sind großartige Lebensberater und bieten auch viele Infos online an.

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Verarbeitung 2.0: Social Media vermeiden

Das Gute ist, dass jetzt gerade keiner auf Social Media wirklich mit irgendetwas prahlt. Somit könnte das von Vorteil sein, wenn es darum geht nicht zu stalken. Keiner will auf Instagram oder Facebook sehen, dass die andere Person gerade den Spaß ihres Lebens hat. Falls er oder sie direkt einen neuen Partner hat und ihn mit ach-so-lustigen Couple-Storys der Öffentlichkeit präsentiert: Blockieren! We don’t need that kind of energy in our lives!

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Ablenkung 1.0: Dating App

Nur weil wir nicht rausgehen können, heißt es nicht, dass wir nicht flirten können. Lade dir Tinder, Lovoo, Bumble, Grindr, was auch immer runter und schau dir deine Umgebung eben virtuell an. Die Aussage „Ich habe keine Lust lange hin und her zu schreiben” zählt nicht mehr. Jetzt muss man eben schreiben oder Video-Telefonie zum Kennenlernen wählen. Falls du Tipps brauchst: Die Show Love is blind auf Netflix war ungewollt schon wegweisend.

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Ablenkung 2.0: Anderen helfen

Wenn du noch nicht bereit bist für den Input von anderen Singles, dann zwing dich nicht dazu. Alles braucht eben seine Zeit.

Du kannst jedoch bei ebay-Kleinanzeigen oder anderen Portalen deine Hilfe anbieten. Einkaufen, Gassi gehen oder ähnliches. Vielleicht kannst du aber auch Obdachlosen helfen? Es gibt sehr viele gemeinnützige Organisationen, die jede helfende Hand gebrauchen können.

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Ablenkung 3.0: Workout / Bewegung

Wir hätten auch Kochen schreiben können, aber diese Form von Selbstfürsorge ist vielleicht in akuten Situationen zu viel: Einkaufen, Hunger haben, für sich alleine kochen… zu viele Variablen, die für die ersten Gehversuche der eigenen Fürsorge zu viel sein könnten. Aber einem 10-Minuten Workout auf YouTube nach zu eifern, das kann jeder. Oder fünf Minuten. Oder selbst drei Minuten werden dir gut tun.

Falls du Kopfschmerzen von den Fitness-Boys & Girls bekommst, dann lass den Rechner aus und geh einfach spazieren. Musik auf die Ohren und los geht’s!

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Ablenkung 4.0: Künstlerisch sein

Malen, Basteln, Schleifen, Lackieren, Zeichnen… Inspirationen gibt es im Netz. Schau dich zuhause um: Was gefällt dir nicht? Was wolltest du schon immer mal ändern? Was braucht einen neuen Anstrich? Ganz wichtig: Falls du dich selbst nicht motivieren kannst, kannst du auch eine/n Freund/in fragen, ob sie dir helfen beim Ausmisten oder kreativ sein. Ob in persona oder digital, gemeinsam kann man sich immer besser motivieren.

Wenn du mehr Tipps und Ideen zu diesem Thema hast, dann schreib’ uns einfach! Wir freuen uns gemeinsam mit dir dieses Thema für alle zu gestalten. 

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