Myspace löscht 50 Millionen Songs – aus Versehen

Myspace
© Depositphotos / bloomua
Henning Sonnenschein
19.03.2019

Na, noch ein altes Myspace-Profil im digitalen Portfolio? Es könnte ein guter Zeitpunkt zum Löschen gekommen sein, denn die Chancen stehen gut, dass es jetzt sowieso leer ist. Das soziale Netzwerk hat bei einer Server-Umstellung 50 Millionen Songs und dazu Bilder und Videos gelöscht. Angeblich aus Versehen.

Noch vor Facebook, Twitter, Instagram und Co. war das stark auf Musik fokussierte Myspace ein Vorreiter für soziale Netzwerke. Für unzählige Bands und Fans war es eines der, wenn nicht das wichtigste Online-Portal für Publicity, Community und Austausch untereinander. Diesen Status hat es schon lange an die genannten Kollegen abgetreten – aber aktiv ist das Netzwerk immer noch.

Myspace wechselt den Server – und löscht ein riesiges digitales Archiv

So kam es, dass jüngst eine Server-Umstellung auf dem Programm stand – und bei der passierte ein nicht unerhebliches Malheur: 50 Millionen MP3s und sonstige Uploads wie Bilder oder Videos aus dem Zeitraum von 2003 bis 2015 sind bei der Aktion unwiderruflich gelöscht worden! Auch wenn das die meisten wohl nicht mehr übermäßig tangieren wird, ist auf diese Weise doch ein bemerkenswertes Archiv an Musik und Drumherum verloren gegangen. Und auch ein Stück digitaler Musikgeschichte, haben sich bis dato hier auch die ersten Karriereschritte von vielen Künstlern wie den Arctic Monkeys oder Kate Nash wiedergefunden.

Angesichts der verlorenen Relevanz von Myspace lässt sich natürlich vortrefflich darüber diskutieren, ob der massive Datenverlust wirklich ein Versehen war – oder doch eher ein radikales Aufräum-Manöver, das sich mit einem „Ups“ immer noch gesichtswahrender rechtfertigen lässt als mit dem offiziellen Eingeständnis, dass das Interesse einfach zu gering war, um sich weiterhin mit der Aufbewahrung von unzähligen MP3s, Fotos und Videos herumzuplagen. Immerhin: Vielleicht steigen die Besucherzahlen dadurch vielleicht kurzfristig doch noch einmal ordentlich an. Wenn sich nämlich einige Ex-User doch noch einmal bei Myspace einloggen, um zu checken, ob auch ihre Hinterlassenschaften in die ewigen Jagdgründe geschickt wurden…

Passend zum Thema