Pop-Art: Warum Andy Warhols Porträts immer noch wichtig für uns sind

Shari Hosseini
Shari Hosseini
22.02.2017

Ohne Andy Warhol Portraits würde in der Kunstwelt des 20. Jahrhunderts etwas fehlen. Der Mitbegründer der amerikanischen Pop-Art Kunst ist heute vor 30 Jahren verstorben.

Bis 1960 arbeitete Andy als Werbegrafiker und Illustrator und bestritt damit seinen Lebensunterhalt. Erst später vertiefte er seine Kunst auf verschiedenen medialen Ebenen. Ob es seine bekannte Filmästhetik war oder die Bühnenshow von The Velvet Underground; ob es seine berühmte Siebdrucke waren und seine legendären ‘Factory-Partys’, feststeht, dass er zu den Pionieren der Kunstgeschichte in den 50ern und 60ern gehörte.

Die Bedeutung von Andy Warhols Porträts

Seine Portraits von den Berühmtheiten dieser Welt beinhalteten nicht nur die Darstellung dieser Persönlichkeiten im Stile der Pop-Art. Warhol war eine großer Bewunderer von den Reichen und den Schönen. Er war fasziniert von der Idee einer Figur, wie Marylin Monroe z.B. Ihr Portrait entstand auch erst nach ihrer Drogen-Überdosis. Andy Warhol setzte die Künstlichkeit dieser Hollywood-Ikonen in Verbindung mit der Konsumierung der Zuschauer. Durch ihre Öffentlichkeit und den Mythen um sie herum, werden sie wie Massenprodukte von uns allen konsumiert.

15 Minutes of Fame

„In der Zukunft wird jeder 15 Minuten lang weltberühmt sein.” — dieses Zitat gilt auch heute noch. Die letzten fünf Jahre der Medienwelt beweisen, dass es einen starken Wachstum des menschlichen Narzissmus gibt. Die ständige Bestätigung im Außen bekommt eine viel größere Gewichtung in dieser vernetzten Welt. Eine neue Währung ist entstanden: Berühmt sein. Zwischen dem Wollen und dem Können liegen nur noch wenige Hindernisse. Mit den dümmsten Ideen kann man die Aufmerksamkeit einer Öffentlichkeit erreichen. Es ist möglich, dass jeder diesen Ruhm erleben kann. Doch keiner ist sich der Wahrhaftigkeit bewusst, die Talent von Orientierungslosigkeit unterscheidet. Auch Andy Warhols Porträts zeigen Figuren, die in der Gesellschaft zu Marken geworden sind. Öffentliche Personen, egal welcher Kategorie, werden zu ‘Brands’. Sie verkaufen sich wie Produkte. Man könnte somit sagen, dass das Markenbewusstsein in den 60ern eine neue Dimension angenommen hat.

Neue Berufe sind entstanden. Jetzt sind wir Influencer, Youtuber, eine bunte Broschüre kreativer Arbeitslosigkeit. Noch sind es Science-Fiction-Serien wie „Black Mirror”, die diese Abgründe der neuen Welt von Likes & Shares, thematisieren. Aber eigentlich ist es ein Hybrid zwischen Sci-Fi und Realität. Oder anders: Eigentlich ist es Realität. Das menschliche Bedürfnis ‘geliebt zu werden’ hat sich verwandelt in ein ‘geliked zu werden’. Als ob wir alle Marken wären, die gerne konsumiert werden wollen. Diese Form von Rezeption verstehen wir besser, als so etwas abstraktes wie die Liebe. 

Jeder seiner Porträts hat eine künstliche Seite, die zu einer Marke geworden ist. Hier die bekanntesten Beispiele:

1

Michael Jackson

2

Beethoven

3

Lenin

4

Diana Ross

5

Mao

6

Mick Jagger

7

Mohammed Ali

8

Liv Taylor

9

Prince

10

James Dean

11

Grace Kelly

12

Marylin Monroe

13

Aretha Franklin

14

Deborah Harry

15

Elvis

16

Ingrid Bergrmann

17

Queen

18

Grace Jones

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