Recap 2016: Was ist das nur für 1 sch*** Jahr?

Shari Hosseini
Shari Hosseini
16.11.2016

Recap 2016. Es ist so viel grausames, blödes, bescheuertes und trauriges passiert. Was ist das nur für 1 Jahr? Fast jeder hat in den letzten zehn Monaten sicherlich schon seine Verwunderung mindestens ein Mal ausgesprochen.

Krankenhäuser in Aleppo wurden bombadiert, so viele Menschen mussten und müssen immer noch fliehen und ihr Land verlassen. So viel politische Dummheit wird von anderen ungebildeten Hetzern unterstützt. Stichwort: AfD und Donald Trump. So viele großartige Künstler, wie Prince, David Bowie, Leonard Cohen, Phife Dawg und auch der deutsche Künstler Roger Cicero sind verstorben.

Ist da etwa ein Zusammenhang zwischen dem Jahr 2016 und diesen Ereignissen? Gibt es eine naturwissenschaftliche Erklärung oder ist es nur „ein Gefühl”? Sicherlich werden alle Horoskop-Leser in ihrer Spiritualität eine kosmische Korrelation sehen. Sie werden wahrscheinlich auch Baba Wanga, die blinde mazedonische Hellseherin, zitieren, die schon vor 30 Jahren einen islamistischen Krieg vorhersagte, bei dem nach dem Einsatz chemischer Waffen Europa untergehen solle. Vielleicht ist das auch die Erklärung für England und Brexit?

„2016 ist echt ein scheiß Jahr!”

Lange habe ich mich gewehrt einem Jahr so viel Macht zuzusprechen. Ganz hippiesk wollte ich Momente zählen und nicht die Jahre. Es fing schon im Februar an, als in meinem privaten Umfeld Tod und Krankheit sich breit machten. Viel häufiger habe ich im Frühling von Freunden und Bekannten immer wieder gehört „2016 ist echt ein scheiß Jahr!” Dennoch wollte ich mich nicht von diesem fatalistischen Gedanken beeinflussen lassen. Schließlich ist es egal welches Kalenderjahr es ist, denn es kommt immer nur darauf an, was man selbst daraus macht. Warum sollte ich die Verantwortung für meine Gedankenwelt an eine Jahreszahl abgeben? Dinge werden immer gut und Dinge werden immer schlecht laufen. So wie die Jahreszeiten sich immer fortan bewegen, so ist es auch mit unserem Glück.

Doch mit der Zeit häuften sich die negativen Meldungen und sie sammelten sich bei mir in meiner Innenwelt an. Die Schlagzeilen schwirrten leise in meinem Kopf umher und es hörte sich an wie ein Telegram aus Genrefilmen:

Immer mehr berühmte Persönlichkeiten sterben //STOP// Der rasante Aufstieg der Hetz-Partei AfD bei Wahlen und deren Einzug ins Abgeordnetenhaus //STOP//Donald Trump, Sexist und Rassist, will so schnell wie möglich Millionen illegale Immigranten aus den USA abschieben //STOP//

Recap 2016: Kommt noch mehr?

Es sind noch sechs Wochen bis zum Ende des Jahres 2016 und ich frage mich, ob es einfach ruhig ausklingen wird oder Baba Wanga recht hat. Es würde wahrscheinlich die meisten noch nicht mal verwundern, wenn noch eine katastrophale Meldung auftaucht. Unsere aktuelle Gesellschaft weist viele Anzeichen für Labilität und Verantwortungslosigkeit auf . Wir sind sehr stark beeinflussbar und zugleich unkultiviert und emotional ungebildet. Wir kommunizieren insgesamt mehr über digitale Kanäle. Aber diese Masse an Worten zeichnet nicht die Qualität aus, denn diese leidet offensichtlich darunter, wenn so viele Menschen es nicht schaffen sich richtig auszudrücken. Ein Beispiel: Donald Trump sagt: „Ich werde eine große, große Mauer an unseren südlichen Grenzen bauen und Mexiko wird dafür zahlen.” Und eigentlich würde er wahrscheinlich sagen wollen: „Ich habe nie bedingungslose Liebe erfahren und hatte als Kind keine Freunde. Deswegen muss ich meine Defizite mit Macht und Rache kompensieren”.

Nun ist es so weit. Auch ich schließe mich den lauten Stimmen an und sage: F*** you 2016! Mir reicht’s jetzt. Ich will auch mal die Selbstverantwortung abgeben und jemand anderem für diesen ganzen Mist in der Welt die Schuld in die Schuhe schieben. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wir sind uns alle einig, dass es uns dieses Jahr einfach mal nicht gut ging. Und 2017? Bitte streng dich an!

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