„Lieber schwarzer Block”: Ein offener Brief an die Zerstörer von Hamburg

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G20-Kommentar
© Andrea Fischer

Liebe Antifa, liebe Radikalen der Interventionistischen Linke, lieber schwarzer Block,

wer mit Steinen auf andere Menschen wirft, Fensterscheiben einschlägt, Supermärkte plündert und Autos von Familien anzündet ist kein Gegner, sondern ein Gewalttäter. Nein, liebe vermummten Antifas: Die Stadt gehört nicht Euch, auch wenn ihr das auf Euren Bannern skandiert. Nein, lieber schwarzer Block: Was Ihr macht, ist kein Protest. Unschuldige Menschen in Gefahr bringen, ihre Nachbarschaft zerstören und die Nichtanerkennung der Gewaltenteilung in Deutschland hat terroristische Züge.

„Eine Militanz, die an sich selbst berauscht hat”

Einer der Mitorganisatoren der „Welcome to Hell”-Demo, Andreas Blechschmidt, fand deutliche Worte. Es habe sich eine Form der Militanz auf den Straßen gebildet, die sich an sich selbst berauscht hat. Und das finden wir inhaltlich und politisch falsch, so Blechschmidt gegenüber der Tagesschau. Stattdessen fühlen sich nun viele Reichsbürger, Rechtspopulisten und AfD-Wähler auf den Plan gerufen. In den sozialen Medien heißt es nun nicht selten, dass Rechtsextremismus nur eine Scheindebatte gewesen sei. „Die Kommunisten sind zurück!” Leute: Egal ob Gewalt von links oder rechts — beides ist scheiße.

„Ihr kämpft gegen Rassismus, verbreitet aber selbst Hass?”

Ihr behauptet gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen Klimawandel und Ausbeutung zu kämpfen. Kritik, die viele vollständig teilen. Doch wer seid ihr, diese Forderungen mit Gewalt durchzusetzen? Ihr kämpft gegen Rassismus, aber verbreitet selbst Hass. Ihr kämpft gegen die Ausbeutung in der dritten Welt durch den Kapitalismus, zerstört aber die Stadtviertel unschuldiger Menschen hierzulande. Wie passt das zusammen? Nämlich gar nicht. Ihr steht nicht für den Protest, ihr steht für sinnlose Gewalt.

„Ihr könnt es einfach nicht!”

Euer Argument: Die Aggression gehe von Politik und Polizei aus. Bullshit! Die Welt ist zu komplex, um den Hunger und das Elend der Welt auf einige wenige Regime der Welt abzuladen. Die demokratisch gewählten Regierungschefs müssen nicht jedem schmecken, doch sie tun etwas, bei dem sie Euch um Längen voraus sind: Sie reden miteinander. Etwas, das Euch nicht so liegt.

Die Austragung des G20-Gipfels in Hamburg war fahrlässig

Ja, man kann gegen Sinn und Unsinn von G20-Treffen demonstrieren. Von diesem Demonstrationsrecht machen sehr viele Menschen in Hamburg Gebrauch. Die Mehrheit der Politik, der Polizei und der Gesellschaft wusste schon vor Euren Gewaltexzessen: Hamburg ist der falsche Austragungsort für diesen Gipfel. Das Hauptargument der Befürworter: Hamburg ist repräsentativer und hat genügend Platz um 9.000 Delegierte unterzubringen.

Nur komisch, dass Elmau und Heiligendamm, beide Orte sind nicht wirklich als Metropolregionen bekannt, optimal für die Austragung von G7- bzw. G8-Gipfeln in der Vergangenheit waren. Auch ein G20-Gipfel hätte man in eine ländliche Region verlegen können, etwa in die Lüneburger Heide (und trotzdem wäre Hamburg erreichbar geblieben). Einen solchen Gipfel aber in unmittelbarer Nachbarschaft eines der größten europäischen Zentren der Linksautonomie zu veranstalten, war schlicht fahrlässig. Das habt ihr uns bewiesen. War aber nicht notwendig. Danke für nichts.

Und jetzt raus aus unserer Stadt!

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