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Tennis am Rothenbaum: 5 Beweise, wie kurios und vielfältig dieser Sport sein kann!

Dennis Ebbecke
31.07.2017

Lange Zeit jammerten wir, dass die große Zeit des Tennissports längst hinter uns liegt. Nach Boris Becker, Michael Stich und Steffi Graf kam zunächst nichts mehr. Dies ist inzwischen anders: Ob die Zverev-Brüder bei den Herren oder die zwischenzeitliche Damen-Weltranglistenerste Angelique Kerber: Den deutschen Sportler beim Schlagen der gelben Filzkugel zuzuschauen, macht wieder Spaß. Auch Tennis am Rothenbaum ist echt vielfältig (und manchmal kurios), wie wir bei unserem Besuch erleben durften.

Das Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum wurde erstmals 1892 ausgetragen und gehört nach wie vor zu den prestigeträchtigsten Turnieren der Welt, wenngleich das Teilnehmerfeld zuletzt nicht jeden Tennisfan hundertprozentig überzeugte. Ein Grund hierfür ist der unglückliche Termin für ein Sandplatzturnier, da sich die Spieler nach Wimbledon (auf Rasen) eigentlich bereits auf die Hartplatz-Saison vorbereiten müssen. Eine Rückkehr auf Sand könnte sich für die Spieler negativ auswirken, sodass ein Wechsel des Belages nicht ausgeschlossen ist, wie Turnierdirektor Michael Stich bestätigte: „Ob wir auf Sand, auf Rasen, auf Hartplatz oder auf Kuhmist spielen, ist egal.”

Gute Stimmung, spannende Matches

Auf jeden Fall hat es dieses Turnier verdient, wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Das Interesse der Zuschauer ist nach wie vor groß. Dem diesjährigen Finale zwischen Florian Mayer und Leonardo Mayer wohnten knapp 7.000 Zuschauer bei, der Center Court war gut gefüllt. Und auch abgesehen von diesem unterhaltsamen Match lieferten die German Open 2017 den Beweis, dass Tennis viele Facetten zu bieten hat.

So vielfältig und kurios kann Tennis am Rothenbaum und überall auf der Welt sein!

1

Mayer gegen Mayer im Finale

Mit 64 Tennisspielern startete die 1. Runde der diesjährigen German Open — und zwei davon hießen mit Nachnamen Mayer. Dass sich ausgerechnet diese Namensvetter durchsetzen und das Finale gegeneinander bestreiten würde, ist mehr als kurios. Das Finale entschied übrigens Mayer mit 6:4, 4:6, 6:3 für sich … ach so: Leonardo Mayer aus Argentinien! Für den Deutschen Florian Mayer ging der Traum vom ersten Sieg in Hamburg leider nicht in Erfüllung.

2

16-Jähriger besiegt späteren Champion

Trotz eines großartigen Turnierverlaufs hätte der Sieger eigentlich nicht Leonardo Mayer heißen dürfen, da dieser bereits in der Qualifikation gescheitert war. Wie bitte? Ja, du hast richtig gehört. Der Argentinier verlor ausgerechnet gegen den 16-jährigen (!) Lokalmatador Rudi Molleker. Doch dank der Lucky-Looser-Regel durfte Mayer im Hauptfeld an den Start und schaltete daraufhin einen Gegner nach dem anderen aus.

3

Schietwetter, na und?

Woran erkennt man, dass dieses Tennisturnier in Hamburg stattfand? Daran, dass die Schlange an der Würstchenbude trotz typischem hanseatischen Schietwetter nicht kleiner wurde. Statt sich unterzustellen setzten sich die Tennisfans die Kapuze auf und warteten geduldig auf ihre Mahlzeit.

Tennis am Rothenbaum
4

Baby wird zum Star des Center Courts

Der wahre Sieger dieses Tennisturniers hieß nicht Leonardo Mayer, sondern dessen Sohn Valentino Mayer. Der erst sechs Monate kleine Knirps hatte sich trotz ohrenbetäubendem Applaus auf den Platz getraut und dem stolzen sowie sichtlich gerührten Papa als erster zum großen Triumph gratuliert. Die nächste Tennisgeneration steht also bereit!

5

Sport-Legenden hautnah!

Wo hat man schon die Gelegenheit, echten Sport-Helden hautnah zu begegnen? Beim Tennis ist dies möglich, so auch in Hamburg. Vor dem Start standen sich Turnierdirektor und Wimbledon-Sieger (1991) Michael Stich sowie Tommy Haas in einem Show-Match gegenüber. Auch wenn der 39-jährige Haas kurz vor dem Ende seiner Profikarriere steht, konnte er Altmeister Stich mit 6:1, 6:3 noch in die Schranken verweisen.

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