Alltagsfragen: Warum ist die Schweiz eigentlich so teuer?

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Warum ist die Schweiz eigentlich so teuer?
© Unsplash / Morgan Thompson

So hoch die Berge, so teuer die Schweiz? Den Eindruck gewinnt man schnell, wer sich ein paar Tage in dem Alpenland aufhält. Doch liegt die Antwort auf diese Frage wirklich auf der Hand? Wir finden nein und fragen ganz naiv in unserer Kategorie „Alltagsfragen”: Warum ist die Schweiz eigentlich so teuer?

Gibt man bei Google die Frage „Warum ist die Schweiz eigentlich so teuer?” ein, werden einige, auf den ersten Blick auch schlüssige Antworten angezeigt. Die Schweiz ist so teuer, da die Menschen auch höhere Einkommen beziehen. Eine Antwort, die uns aber nicht zufrieden stellt und nur an der Oberfläche kratzt. Schließlich stellt sich damit gleich die nächste Frage: Wieso können in der Schweiz so hohe Gehälter gezahlt werden? Man muss also tiefer graben, um die korrekte Antwort zu finden. Aber um das festzuhalten: Den Schweizern geht’s echt gut:

Warum ist die Schweiz eigentlich so teuer? Die Antwort!

Kommen wir zur Antwort. Wettbewerb und Schweiz sind zwei Wörter, die sich gegenseitig ausschließen. Das ist auch ein Grund, weshalb die Schweizerische Eidgenossenschaft (so heißt die Schweiz offiziell) keinen Bock auf Europäische Union oder gar einen gemeinsamen Handel hat. Das würde nämlich freien Markt und Wettbewerb bedeuten. Das würde wiederum zu entsprechenden Preissenkungen führen. „Ist doch super, auch für die Schweizer!”, würde man denken. Doch darin liegt ein gewaltiger Irrtum.

Schweizer hinterfragen ihre Preise nicht

Die Schweiz ist ein sehr fragmentierter Markt, der aus verschiedenen Kulturen und Regionen besteht. So gibt es in der kleinen Schweiz 26 teilsouveräne Kantone (so eine Art Bundesländer), die alle ihre eigene oligopole, also weitgehend wettbewerbslose, Preisstruktur haben — und das seit eh und je. Denn Schweizer zogen und ziehen bis heute nicht gerne um. Sie richten sich ein in ihren Kantonen und Bergtälern. Dazu sind sämtliche Branchen durch Gilden und Kartelle geschützt. Dadurch werden die Preise von oben diktiert, und nicht etwa durch eine entsprechende Nachfrage. Was nach einem ignoranten Verhalten und nach Globalisierungs-Verweigerung klingt, ist bei näherem Betrachten — vor allem aus Schweizer Sicht — durchaus gerecht. Denn auf diese Weise können den Menschen angemessene Gehälter ausgezahlt werden.

So ist es auch kaum verwunderlich, dass es in der Schweiz den teuersten Haarschnitt der Welt gibt. Ein einfacher Herren-Haarschnitt kostet nämlich umgerechnet etwa 45 Euro. Für die selbe Leistung, würde man in Deutschland etwa 15–20 Euro bezahlen.

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