An Erfahrung mit Gigs in exotischen Ländern mangelt es den Düsseldorfer Kultrockern nicht im Geringsten. Aber als die Die Toten Hosen in China beim  Yugong Yishan-Festival in China auf die Bühne gingen, betraten sie endlich mal wieder Neuland – und mussten sich erwartungsgemäß mit Zensur herumplagen.

Dass es im Reich der Mitte überhaupt Fans der in die Jahre gekommenen Punkrocker gibt, wundert einen – wenn überhaupt – nur auf den ersten Blick. Denn seit die Hosen sich von einer typischen Punkband zu einem wirklich erfolgreichen Rock-Act gewandelt haben, begeistern sie rund um den Globus. Insbesondere zu Südamerika pflegen Campino und Co. ein sehr inniges Verhältnis!

Zensiert: Die Toten Hosen in China

Dementsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Asien-Tour Die Toten Hosen in China auf die Bretter führen würde. Und dass das nicht ganz ohne Argwohn der Behörden des sozialistischen Ein-Parteien-Staats ablaufen würde, ist dabei auch alles andere als eine Überraschung: Ihrer Attitüde entsprechend mangelt es im Portfolio der Band nicht an Songs, die sich kritisch mit Staatsgewalt und Unterdrückung auseinandersetzen. Nach 36 Jahren und 14 Alben herrschte an Liedern, an denen die chinesischen Behörden nicht auszusetzen hatten, aber trotzdem kein Mangel, sodass der strömende Regen bei dem Festival am 21. April der einzige Haken für Band und Fans blieb.

Die Konzerthistorie den Hosen war nur ganz am Anfang eine Geschichte voller Missverständnisse: Bei ihrem ersten Gig im fernen Jahr 1982 in Bremen wurden sie als Die Toten Hasen angekündigt … Aber auch mit dem richtigen Namen kam es immer wieder zu Gigs in exotischen Ländern und/oder unter reichlich bizarren Umständen – die für die einstigen Voll-Chaoten und ihre nicht minder verrückten Fans oft erst recht den Kick an der Sache ausgemacht haben, manchmal aber auch negativ aus dem Ruder liefen …

Wir haben für euch 5 der krassesten DTH-Konzerte aller Zeiten zusammengestellt!

1

Illegaler Kirchen-Gig in Ost-Berlin

Wie es sich für anständige Punkrocker gehört, scheuten die Hosen keinen Konflikt mit der Obrigkeit – die logische Konsequenz war 1983 ein natürlich völlig illegales Konzert in der DDR, genaugenommen in Ost-Berlin. Als Location wurde die Erlöserkirche in Berlin-Rummelsburg ausgewählt, die Vorband „Planlos” bekam ihre Daseinsberechtigung schon alleine deshalb, weil die Hosen keine Instrumente ins Land schmuggeln konnte. Alles ging gut und Band sowie rund 50 Ost-Punks erlebten ein denkwürdiges Konzert.

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2

Tragödie beim Jubiläumskonzert in Düsseldorf

1997 wollte die Band ihr 1.000. Konzert mit 65.000 Fans in ihrer Düsseldorfer Heimat feiern. Während des Konzerts geriet die  Menschenmasse im Rheinstadion aber so sehr in Bewegung, dass ein 16-jähriges Mädchen starb und 300 weitere Menschen verletzt wurden. Das Konzert wurde – nach einer kurzen Unterbrechung, um die Band zu informieren – fortgesetzt, um eine Panik unter den ahnungslosen Fans zu vermeiden. Anstatt eines Höhepunkts wurde der Jubiläumsgig der Tiefpunkt in der Geschichte der Band.

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3

Stress beim Anti-Castor-Konzert

Wie sehr sich die Hosen auch als etablierte Rockband noch der Protest-Szene verbunden fühlen, demonstrierten sie 1998, als sie sich am Atommüll-Zwischenlager in Ahaus mit einem spontanen Konzert auf einem LKW mit den – gegen einen anrückenden Castor-Transport protestierenden – Demonstranten solidarisierten. Als der führerlose Laster den Gleisen zu nahe kam, legt die Polizei ihn lahm, die Band mischt sich unter die demonstrierende Menge, wo Campino später von einem Polizisten eine blutige Nase kassiert.

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4

Konzertabbruch in Kuba

Dass ein Konzert in Kuba, ähnlich wie in China, nur auf dem Papier ein normaler Gig werden würde, war schon vorher klar. Wie unrund die Sache dann lief, war aber doch bemerkenswert: Die Bühne in einem alten Freibad war alles andere als stabil, die Verkabelung beängstigend unprofessionell. Trotzdem kletterte Campino auf das Bühnendach – und demolierte dabei aus Versehen eine Lampe, deren Trümmer auf das Publikum hinunterregneten, woraufhin die Ordnungshüter das Konzert abrupt beendeten.

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5

Tanzverbot in Tadschikistan

Gegen das, was die Hosen 2010 in Tadschikistan an Einschränkungen erfahren haben, war der Auftritt in China ein Fest der Freiheit: Neben einen Zensurbeauftragten hinter der Bühne waren auch im Saal 600 Sicherheitskräfte anwesend – bei 3.500 Konzertbesuchern. Es war Campino offiziell verboten, zum Tanzen aufzufordern, auch, als er sein Shirt ausziehen wollte, ging die Obrigkeit dazwischen. Dass Alkohol bei der Veranstaltung komplett verboten war, muss da wohl kaum noch erwähnt werden, oder?

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