Darum ist die Aufregung um den Edeka-Werbespot zum Muttertag berechtigt — und trotzdem albern

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Edeka Werbespot
© Edeka / Screenshot

Ein Edeka-Werbespot zum bevorstehenden Muttertag hat im Internet für einen veritablen Shitstorm gesorgt — weil er sich über Väter lustig macht. Da ich selbst einer bin, kann ich mich mit der Kritik durchaus identifizieren. Aber trotzdem empfiehlt es sich, eine althergebrachte Strategie zu beherzigen: Einfach mal locker durch die Hose atmen.

Was man als Vater auch anpackt und versucht, wenn es um den Umgang mit dem Nachwuchs betrifft: Es geht fürchterlich in die Hose, man macht sich zum Honk und die Erbfolger sind froh, wenn Mama da ist, um die Kohlen aus dem Feuer zu holen. So in etwa ist die Quintessenz des Werbeclips, mit dem die Supermarktkette Edeka anlässlich des Muttertags am 12. Mai den weiblichen Familienoberhäuptern die Ehre erweisen will:

Der Edeka-Werbespot ist mies — aber gut gemacht

Ich müsste lügen, um zu sagen, dass ich mich als — so selbstbewusst bin ich — Vater, der seine Rolle durchaus auf die Reihe bekommt, durchaus ein wenig angegriffen davon fühle. Nicht so sehr, dass ich Edeka fortan meiden werde — und zwar nicht nur, weil mein Wohnumfeld eine Rewe-Hood ist. Denn auf der anderen Seite muss ich auch eingestehen, mir beim Betrachten des Filmchens das eine oder andere Grinsen nicht verkneifen konnte, auch wenn das Gefühl bleibt, zu Unrecht in einem schlechten Licht dargestellt zu werden.

Denn erstens ist der Spot nunmal einfach gut gemacht und lässt nicht zuletzt deswegen eigentlich keinen Zweifel daran, was er sein soll: ironischer Humor. Er soll vor allem auf einem provokanten Umweg zeigen, wie wichtig die Mütter dieser Welt nun einmal sind. Ach ja, und natürlich noch etwas: Edeka Aufmerksamkeit verschaffen. Alleine deshalb schon ist es völlig sinnlos, sich jetzt lautstark, öffentlich und ernstgemeint darüber zu echauffieren, weil man dem, den man kritisiert, im Endeffekt nur den Gefallen tut, auf den er es abgesehen hat. Nennen wir es einfach mal das Rammstein-Prinzip.

Lieber shitstormen, wenn es wirklich angebracht ist

Dass in dem Video ausgerechnet Väter, die sich für ihren Nachwuchs engagieren, als Trottel (immerhin als einigermaßen sympathische) dargestellt werden, hinterlässt zwar einen schalen Beigeschmack angesichts nicht weniger Familienkonstrukte, in denen sich Kinder und Mütter wünschen würden, dass der dazugehörige Erzeuger sich überhaupt für seinen Nachwuchs engagiert. Aber nichtsdestotrotz bleibt am Ende das Gefühl, dass jeder Shitstorm über ein am Ende ziemlich egales Ereignis die Aufregung für die Themen, bei denen sie wirklich angebracht ist (oder wäre), durch einen „Schon wieder…”-Reflex entwertet.

Also lieber Väter: Einfach mal locker durch die Hose atmen — dann klappt der Umgang mit den Nachwuchs auch etwas reibungsloser, falls die Darstellungen im Edeka-Werbespot hier und da vielleicht doch nicht ganz aus der Luft gegriffen sind…

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