Warum die „Ehe für alle“ noch vor der Bundestagswahl kommen muss

Ehe für alle
© depositphotos / Syda Productions
Thorsten Kolsch
06.03.2017

„SPD will Ehe für alle in Koalition durchsetzen“, heißt es in aktuellen Schlagzeilen. Willkommen im Jahr 2017. Nachdem kürzlich auch Finnland für die Öffnung der Ehe zugestimmt hat, gibt es noch einen großen schwarzen Flecken in der Mitte Europas: Deutschland. Dabei könnte die SPD noch vor der Bundestagswahl Fakten schaffen. 

Lediglich die CDU/CSU-Führung weigert sich weiterhin, die sogenannte Homo-Ehe in Deutschland auf die Tagesordnung zu bringen. Mit einem „komischen Gefühl“ begründete Angela Merkel ihre Entscheidung, im Rahmen eines Wahlkampf-Auftrittes im Fernsehen. Ihr Problem ist gleichzeitig der Vorteil für die SPD: 84% der Deutschen teilen nämlich dieses komische Gefühl nicht und befürworten die Öffnung der Ehe auch für Homosexuelle.

Fakt: Deutschland gehört derzeit zu Osteuropa

Mit der aktuellen LGBT-Politik kann sich Deutschland derzeit eher zu Ost- als zu Westeuropa zählen. Zwar gilt hier die sogenannte „eingetragene Lebenspartnerschaft“, doch hat dies nichts mit einer gleichberechtigten Ehe zu tun. Das Kuriose: Nicht nur in der Bevölkerung, selbst im Bundestag gibt es seit Jahren eine Mehrheit für die Ehe für alle. Das einzige Problem, insbesondere für die Regierungspartei der SPD, ist der vorherrschende Koaltionszwang. Dabei könnte es in Vorbereitung auf die Bundestagswahl im September egal sein. Im Wahlkampf werden andere Seiten aufgezogen.

Ehe für alle: Realpolitik statt Wahlkampf

Liebe SPD, wie wäre es also mit Realpolitik statt Wahlkampf? Tut euch doch mit den Linken zusammen und die „Ehe für alle“ ist noch vor der Bundestagswahl durch. Das muss nicht zwingend mit einer Aussage für eine rot-rot-grüne Koalition verbunden sein. Stattdessen wäre es ein klares Signal, dass euch Realpolitik wichtiger ist, als koalitionäre Machtspielchen. Und eines wäre euch sicher: Der Zuspruch der Bevölkerung. Schließlich zählen Taten mehr als Worte.

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