Alltagsfragen: Sind Eier wirklich schlecht für den Cholesterin?

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Sascha Falkner
03.06.2019

Ob gekocht, als Spiegelei, Rührei oder Omelette – Eier sind für viele von uns ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Besonders zum Frühstück sind die Proteinlieferanten sehr beliebt. Aber: Wie oft sollte man Eier zu sich nehmen? Lange Zeit wurde vor dem übermäßigen Verzehr von Eiern gewarnt, da sie den Cholesterinspiegel erhöhen und somit Herzerkrankungen begünstigen. Jüngere Quellen dementieren diese Annahme wiederum. Welcher Zusammenhang besteht nun zwischen Cholesterin und Eiern und wie viele können wir tatsächlich bedenkenlos essen?

Eier (insbesondere Hühnereier) sind seit ewigen Zeiten ein Grundnahrungsmittel, das vielseitig verwendet wird: Als Backzutat oder in Süßspeisen, als Bindemittel, in verschiedenen Salaten oder auf dem Brot sowie in vielen verschiedenen Zubereitungsvarianten zum Frühstück. Und sie sind nicht nur schmackhaft, sondern enthalten auch jede Menge wichtiger Vitamine und Mineralstoffe. Sie sind reich an Kalium und Natrium, was sich positiv auf die Muskel- und Herzfunktion positiv auswirkt und darüber hinaus den Blutdruck reguliert. Außerdem machen sie satt liefern jede Menge Protein, weshalb sie vor allem auch bei Sportlern sehr beliebt sind.

Das Gelbe vom Ei

Vor allem das Eigelb hat einen ziemlich hohen Fettgehalt von rund 32 Gramm pro Ei – aber genau hier stecken alle Mineralstoffe drin. Das Eiklar hingegen mit schlappen 0,03 Gramm so gut wie gar kein Fett und besteht hauptsächlich aus Wasser. Auf Grund des hohen Fettgehalts wurden Eier jahrelang als Cholesterinbombe verpönt und es wurde vor dem übermäßigen Verzehr gewarnt. Beim Cholesterin bzw. Cholesterol handelt es sich um kleine Fettkristalle, die sich in tierischen Nahrungsmitteln befinden. Nimmt der menschliche Körper zu viel davon auf, so steigt der Cholesterinspiegel. Bei übermäßiger Cholesterinzufuhr kommt es schließlich zu Fettablagerungen, was die Blutgefäße und Arterien verstopft. Die böse Folge: ein sehr hohes Risiko für Herzerkrankungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, eine tägliche Cholesterinzufuhr von 300 mg nicht zu überschreiten. Ein mittelgroßes Ei hat etwa 230 mg Cholesterin. Wenn wir also täglich ein Ei essen, sind wir doch eigentlich auf der sicheren Seite. Aber bei einem Ei bleibt es ja meistens nicht, wenn man sich eine ordentliche Portion Rührei oder ein deftiges Omelett zubereitet. Bei zwei Eiern wäre man da schon weit über der empfohlenen Cholesterin-Tagesdosis. Bei drei Eiern hat man schon mehr als die doppelte Menge intus. Also entweder muss man das Risiko in Kauf nehmen oder aber sich wirklich auf ein Ei pro Tag beschränken.

Körper reguliert seine Cholesterinproduktion selbst

Ernährungswissenschaftler und Mediziner dementieren die einstige Cholesterin-Gefahr von Eiern nun. So auch Diabetologe Dr. Matthias Riedl, der zwischen Eiern und erhöhtem Cholesterinspiegel keinerlei Zusammenhang sieht. Warum? Weil der Körper selbst Cholesterin produziert und diese Produktion wird bei der Aufnahme durch Nahrung reguliert und überflüssiges Cholesterin ausgeschieden. In manchen Fällen können Eier den Cholesterinwert sogar senken, bei anderen bleibt er konstant. Lediglich sollten Menschen mit einer Fettstoffewechselstörung oder Rheuma auf übermäßig cholesterinreiche Ernährung verzichten.

Die DGE rät dazu, nicht mehr als drei bis vier Eier pro Woche zu essen. Dr. Riedl hingegen sieht selbst den Verzehr von bis zu fünfzehn Eier wöchentlich als unbedenklich. Dies gilt insbesondere für Vegetarier sowie Sportler, die ruhig auch täglich Eier essen können. Im Großen und Ganzen kommt es wohl auf die gesamte Ernährungsweise und den Lebensstil an. Da kann dann auch ein Ei mehr oder weniger den Braten nicht wirklich fett machen.

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