Bibi Steinhaus & Co.: Frauen-Power im Männer-Fußball

Fabian Langkamp
20.05.2017

Zum Ende einer Fußballsaison dreht sich alles um Auf- und Abstiege. Doch dieser Aufstieg ist einer mit Seltenheitswert: Zweitliga-Schiedsrichterin Bibi Steinhaus wird in der kommenden Spielzeit in der 1. Bundesliga pfeifen. Damit wird die Hannoveranerin in der Beletage für Frauen-Power sorgen. Doch es gibt noch viel mehr Frauen im Fußball der Männer zu bewundern …

Seit bereits zehn Jahren ist Bibiana Steinhaus als Schiedsrichterin in der 2. Liga tätig – mit beeindruckendem Erfolg. Sie gilt intern beim DFB längst als Leistungsbeste, doch erst jetzt traute man sich, die 38-Jährige zu befördern. Als große Befürworter von Steinhaus gelten DFB-Präsident Reinhard Grindel und der neue Schiri-Boss Lutz Fröhlich. Letzterer war es auch, der Steinhaus unter der Woche die freudige Botschaft überbrachte. „Ich fühlte Freude, Glück und Erleichterung. Aber ich konnte es auch zunächst gar nicht glauben“, gab Bibi Steinhaus gegenüber der „BILD“ einen Einblick in ihre Gedankenwelt.

Frauen im Fußball der Männer sind keine Seltenheit

Wer denkt, dass die Unparteiische die erste Frau in der Männer-Domäne Fußball wäre, liegt übrigens falsch. Abgesehen vom Frauen-Fußball selbst gibt es immer mehr Damen, die sich im Herrenfußball durchsetzen und einen Namen machen. Mit gutem Beispiel gehen die Bayern voran, die mit Teammanagerin Kathleen Krüger eine starke Frau an ihrer Seite haben.

Zweitligist setzt auf eine Cheftrainerin

Viele Vereine setzen sogar in Bezug auf ihren Trainerstab verstärkt auf das weibliche Geschlecht. Bei Viertligist RW Oberhausen sitzt Duygu Erdoğan als Co-Trainerin auf der Bank. „Ich bin die einzige Frau in der Türkei und Deutschland, die professionell als Trainerin tätig ist“, erklärte sie nach ihrem Amtsantritt. Einen Schritt weiter ging man in Frankreich: Ligue-2-Klub Clermont Foot heuerte Corinne Diacre als Cheftrainerin an. Dies sind nur einige Beispiele für diese längst überfällige Entwicklung. Schlussendlich ist das Geschlecht jedoch unerheblich, wie Bibi Steinhaus treffend formulierte: „Ich möchte an meinen Leistungen gemessen werden und nicht als Frau im Blickpunkt stehen!“

Passend zum Thema