Läuft bei mir! Das steckt hinter dem Free Bleeding Trend

Free Bleeding
© Unsplash/billiebodybrand
Lisa-Marie Yilmaz
28.04.2019

Ob wir gerade unsere Periode haben oder nicht – einen Tampon haben wir in (und auch außerhalb) der Regel meistens immer in den Tiefen unserer Handtasche dabei. Denn man weiß ja nie, ob man den kleinen Helfer nicht doch unerwartet benötigt. Was aber, wenn Frauen sich bewusst dazu entscheiden, auf jegliche Hilfsmittel während ihrer Periode zu verzichten? Free Bleeding nennt sich der neue Trend, der sowohl auf ein natürliches Körperbewusstsein als auch auf Nachhaltigkeit aufmerksam machen will. 

Der Name ist Programm: Free Bleeding bedeutet „freie Blutung“ und das im wortwörtlichen Sinne. Heißt im Klartext: Während ihrer Periode lassen Frauen das Blut einfach laufen – Hilfsmittel wie die Menstruationstasse, Tampons oder Binden gehören der Vergangenheit an. Fest steht: Immer mehr Frauen entscheiden sich für Free Bleeding – oder stehen dem Thema zumindest sehr offen gegenüber.

6 coole Fakten, die du garantiert noch nicht über die weibliche Periode kanntest!

Die „Tage“ ohne Hygieneartikel wie Tampons oder Binden? Was für den einen unhygienisch klingt, ist für Free Bleeding-Anhänger der richtige Schritt in Richtung Körperbewusstsein. Denn Verfechterinnen dieser Methode plädieren dafür, den eigenen Körper auf diese Weise besser kennenzulernen und einschätzen zu können. Während unserer Periode fließt das Blut nicht permanent, vielmehr wird es in Schüben freigesetzt, was bedeutet, dass Frauen den genauen Zeitpunkt, wann sie zur Toilette gehen sollten, mit einem steigernden Körperbewusstsein perfekt bestimmen können. Es ist also in erster Linie alles eine Frage des richtigen Timings. Auf der Toilette wird dann die Beckenbodenmuskulatur entspannt und der Unterleib massiert – auf diese Weise wird dann ein Großteil des Menstruationsblutes abgegeben. Dieser Vorgang nennt sich „Release“.

Free Bleeding als Enttabuisierung rund um das Thema Menstruation

Frauen, die sich für Free Bleeding entscheiden, wollen neben dem Aspekt der Natürlichkeit aber oft auch auf etwas anderes aufmerksam machen – nämlich auf die Tatsache, dass die weibliche Menstruation für viele Menschen und Kulturkreise noch immer ein Tabuthema ist. Dass einige Religionen blutende Frauen als unrein ansehen, sei falsch. Was aber genauso falsch sei, ist, die Monatsblutung durch Hygieneartikel wie Tampons „unsichtbar“ machen zu wollen. Vielmehr sei es doch viel natürlicher, das Blut nicht zu stoppen.

Was Nachhaltigkeit mit Free Bleeding zu tun hat

Apropos Hygieneartikel wie Tampons oder Binden: Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt bei Free-Bleeding-Anhängerinnen eine entscheidende Rolle. Gehen wir davon aus, dass eine Frau während ihrer Periode täglich etwa vier Tampons benötigt, kommt im Laufe der Zeit einiges zusammen. Immerhin ist die Menstruation rund 40 Jahre lang fester Bestandteil im Leben einer Frau. Und auch der finanzielle Aspekt ist dabei nicht zu verachten – was an die immer wieder aufkommende Diskussion erinnert, dass Hygieneartikel für menstruierende Frauen nicht gerade günstig sind … Wie viel uns unsere Periode in unserem Leben kostet, kannst du übrigens hier nachlesen!

Free Bleeding will gelernt sein

Klar ist: Niemand wird über Nacht zum Free-Bleeding-Profi. Solltest du die Methode für dich einmal ausprobieren wollen, wird empfohlen, während der schwächeren Tage damit zu beginnen. Leg dir nachts sicherheitshalber ein Handtuch unter deinen Körper und scheu dich auch nicht, zu Beginn deiner Free-Bleeding-Karriere Hilfsmittel wie Slipeinlagen zu verwenden. Doch mit ein wenig Geduld und dem nötigen Gespür für dich und deine Natürlichkeit wirst du schnell merken, wie dein Körper während deiner Periode „funktioniert“ – und jetzt mal ehrlich: Etwas Neues auszuprobieren, hat noch nie geschadet, nicht wahr?!

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