Neuer Trend in Büros: Das steckt hinter „Greta Shaming“

Greta Shaming
© picture alliance / AP Images
Lisa-Marie Yilmaz
13.11.2019

Es gibt Menschen, die behaupten, Greta Thunberg und ihr Klimaaktivismus seien omnipräsent. Mit Blick auf den neuesten Trend „Greta Shaming“ könnten sie damit in gewisser Hinsicht sogar Recht haben, denn irgendwie hat Greta es inzwischen sogar schon in unsere Büroküchen geschafft. Doch warum ist das so und was steckt eigentlich hinter diesem Trend?

Was hat das Gesicht von Greta Thunberg auf Butterbrotdosen oder auf Aufstellern in Büroküchen zu suchen? Ganz einfach: In vielen Büros der israelischen Hauptstadt Tel Aviv sollen Bilder der schwedischen Aktivistin, auf denen sie grimmig und vorwurfsvoll guckt, die Mitarbeiter daran erinnern, umweltbewusster zu leben und ihr Konsumverhalten zu reduzieren.

Die israelische Tageszeitung Haaretz hatte zuerst über den Greta-Shaming-Trend berichtet, der sich nach und nach auch hierzulande in Büroküchen und -kantinen breit zu machen scheint. Unter dem gleichnamigen Hashtag #gretashaming tauchten in den vergangenen Tagen auf Twitter zahlreiche Fotos auf, die eine vorwurfsvolle Greta Thunberg mit typischem „How Dare You“-Blick zeigt. Und jetzt mal ehrlich: Wer kann noch zum Strohhalm oder Plastiklöffel greifen, wenn man von der einflussreichsten Klimaaktivistin unserer Zeit dabei kritisch beäugt wird …?!

How Dare You – was will das Greta-Shaming bewirken?

Die Message hinter dem Greta-Shaming könnte eindeutiger nicht sein: Wer zum Wegwerf-Plastikgeschirr greift, soll sich schlecht fühlen. Wer en masse Plastikmüll produziert, soll sein Verhalten überdenken. Simple Psychologie lautet hier wohl das Stichwort, das weltweit in Unternehmen angewandt wird, um die Menschen mit Blick auf die Klimakrise zu einem Umdenken zu bewegen. Ob die dadurch ausgelöste Scham dabei der richtige Ansatz ist, steht auf einem anderen (recyclebaren) Blatt Papier – nichtsdestotrotz ist eines sicher: Greta Thunberg hat es mit ihrem Klimaaktivismus inzwischen sogar in unsere Küchen geschafft – was wir daraus machen, bleibt jedem Einzelnen selbst überlassen.

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