USA: Umfrage offenbart Ahnungslosigkeit über den Holocaust

Holocaust
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Henning Sonnenschein
18.04.2018

Erschreckendes Ergebnis einer neuen Studie aus den USA: In einer Umfrage gab jeder fünfte Millenial an, sich nicht sicher zu sein, ob er vom Holocaust überhaupt schon einmal gehört habe!

1.350 erwachsene US-Amerikaner wurden im Auftrag der Opferorganisation Jewish Claims Conference befragt, ein Drittel davon — die Teilnehmer zwischen 18 und 34 Jahren — wurden als Millenials definiert. Und ausgerechnet unter den jungen Erwachsenen offenbarte sich, 73 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz im Januar 1945, erschreckende Ahnungslosigkeit über die Grauen des industrialisierten Massenmords während des Drittens Reichs.

Denn von dieser Gruppe unter den Befragten gab jeder Fünfte an, vom Holocaust entweder noch nie gehört zu haben oder sich dessen nicht sicher zu sein. Und selbst diejenigen, die mit dem Begriff etwas anfangen konnten, zeigten sich alles andere als gut informiert: Jeder dritte unterschätzte das Ausmaß der Judenvernichtung um einige Millionen Opfer.

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Erschreckendes Unwissen über den Holocaust

Mit Auschwitz als Begriff konnten 41 Prozent der Befragten nichts anfangen, unter den Millenials waren es sogar 66 Prozent. Umso bemerkenswerter erscheint vor diesem Hintergrund, dass „nur” knapp die Hälfte der Millenials (49 Prozent) überhaupt kein Konzentrationslager benennen konnten – ist Auschwitz doch das bekannteste aller Lager und somit der Inbegriff für die KZ-Gräuel.

Gerade vor dem Hintergrund des jüngsten Skandals um die zynischen und die Holocaust-Opfer verhöhnenden Textzeilen von Farid Bang und Kollegah ist diese scheinbar zunehmende Unkenntnis über die Nazi-Verbrechen eine erschreckende Tendenz – auch wenn man an dieser Stelle noch einmal klar sagen sollte, dass diese Studie sich ausschließlich auf die USA bezieht und angesichts der recht geringen Zahl an Befragten die Allgemeingültigkeit zumindest hinterfragt werden sollte.

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Wenn die Ergebnisse aber ihren Teil dazu beitragen, das Bewusstsein für Dinge aus der Vergangenheit, die sich niemals wiederholen dürfen, zu schärfen und rechtzeitig dafür zu sorgen, dass sich in Deutschland und Europa nicht eine ähnliche Unkenntnis ausbreitet, kann man sie gar nicht hoch genug bewerten. So bleibt nur zu hoffen, dass zumindest dieser Trend des Desinteresses für Weltgeschichte einer ist, der nicht zwangsläufig über den Atlantik schwappen wird. Es gibt schließlich jetzt schon mehr als genug zu tun, um das Bewusstsein für die Abgründe des Menschen aufrecht zu erhalten.

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