Ihr doppeldeutiges Tattoo über Depression veränderte sie

Depression
Shari Hosseini
Shari Hosseini
24.07.2016

Bekah Miles doppeldeutige Tätowierung ist beindruckend und wichtig zu gleich für alle, die wissen was Depression bedeutet.

Psychische Krankheiten werden immer häufiger thematisiert. Das bedeutet nicht, dass psychische Erkrankungen häufiger auftreten, sondern viel klarer wird, was hinter diesen „Gefühlen“ steckt. Häufig wurde in der Vergangenheit eine Depression verwechselt mit einer schlechten Lebensphase oder einer schlechten Leber. Die Symptome waren und sind ja auch immer noch sehr ähnlich: Müdigkeit, Mattheit, Lustlosigkeit, veränderter Appetit und schwankende Launen. Das machen Frauen zum Beispiel jeden Monat durch, aber das ist ein anderes Thema.

Diese junge Frau hat den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt und zeigte der Welt ihre Tätowierung. Man sieht als Betrachter den Schriftzug „I’m Fine/ Ich bin in Ordnung“. Aus ihrer Perspektive jedoch ist etwas ganz anderes kopfüber zu lesen: „Save Me /Rette mich“.

 

Sie schrieb zu dem Bild:

„Liebe Mama und Papa, bitte tötet mich nicht für diese permanente Entscheidung. Ich möchte, dass ihr mir gut zuhört. Heute gestehe ich etwas, das nur wenige von euch wissen. Ich bin bereit, ein Gespräch über meine psychische Krankheit zu haben. Im vergangenen Jahr war ich mit der Diagnose Depression diagnostiziert. Und ganz ehrlich, ich glaube, es war schon ein Problem für eine ganze Weile zuvor, aber ich denke, es ist nur noch schlimmer geworden, als nichts mehr ging. Also heute habe ich mir dieses Tattoo stechen lassen. Ich denke, dass mein Bein der beste Ort für den Sinn dahinter ist. Wenn alle anderen es sehen, sehen sie: „Ich bin in Ordnung“, aber aus meiner Sicht liest man „rette(t) mich.“ Für mich bedeutet das, dass andere diese Person sehen, die okay zu sein scheint, aber in Wirklichkeit ist nichts okay. Es erinnert mich daran, dass die Menschen, die glücklich erscheinen, dennoch mit sich selbst zu kämpfen haben.

„Depression ist das 50-pfündige Gewicht, das ich immer auf meiner Brust trage.“

Für mich ist die Depression jene Tage, an denen ich mich grundlos traurig fühle. Depression sind jene Morgen, an denen ich mich nicht in der Lage befinde aus dem Bett zu kommen. Depression ist das zu viele Schlafen oder das zu wenige. Depression ist die Hausaufgabe, die ich nie fertig gemacht habe, einfach, weil ich nicht das Gefühl hatte in der Lage gewesen zu sein. Depression ist ein Nervenzusammenbruch wegen nichts zu haben. Depression ist viel zu viel zu essen, oder eben zu wenig. Depression ist das 50-pfündige Gewicht, das ich immer auf meiner Brust trage. Depression ist die Notwendigkeit, ständig abgelenkt zu werden (auf Social Media zu sein, Videospiele zu spielen, Filme oder Shows zu beobachten, oder arbeiten die ganze Zeit), weil ich mich nicht mit meinen Gedanken für länger als 3 Minuten aushalten kann. Depressionen sind die Freundschaften, die wegen meiner Unfähigkeit zu funktionieren, gelitten haben. Depressionen sind die verletzenden Gedanken und Handlungen, die ich mir selbst gegenüber habe. Depressionen sind die Tränen, die ich habe, weil ich nicht weiß, warum ich so wertlos fühle, obwohl ich weiß, ich sollte mich glücklich fühlen…“

Es ist eine großartige Art und Weise mit seiner Krankheit offen umzugehen und ihr Ausdruck zu verleihen. Oft hilft es, wenn man es schafft seine Dämonen in etwas zu verwandeln, das sie harmloser erscheinen lässt. Jeder Mensch hat heutzutage mit komplizierten, traurigen oder schweren Gedanken zu kämpfen. Je mehr man sie versteckt, umso mehr wachsen diese ‚grauen Wolken‘. Bekah Miles hilft sich selbst, indem sie offen mit ihrer Depression umgeht und täglich darüber kommuniziert. Gerade die große Anteilnahme durch ihr Bild in den sozialen Netzen berührt sie sehr und macht ihr Mut: Sie ist nicht allein.

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