Der Kampf gegen Krebs: Impfung statt Chemotherapie?

Kampf gegen Krebs
© depositphotos/baburkina
Dennis Ebbecke
05.04.2018

Sie wäre der Durchbruch im Kampf gegen Krebs und könnte die mit zum Teil starken Nebenwirkungen einhergehende Chemotherapie eines Tages überflüssig machen: die Krebs-Impfung. Wissenschaftler der Stanford University berichteten kürzlich von ihren aktuellen Testergebnissen. Doch wann soll die Impfung erfolgen: Vorbeugend wie bei einer Grippe oder erst dann, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt?

Der Kampf gegen Krebs wirft trotz des enormen medizinischen Fortschritts über die vergangenen Jahrzehnte weiterhin Fragen auf, die selbst die Koryphäen auf diesem Gebiet nicht allumfänglich beantworten können. Auch wenn sowohl in der Früherkennung als auch in der Behandlung immer größere Erfolge erzielt werden können, ist etwa jeder vierte Todesfall in Deutschland durch eine Krebserkrankung bedingt. Der Verlauf kann sich von Mensch zu Mensch drastisch unterscheiden, was eine vollständige Genesung natürlich nicht immer einfacher macht.

Umso wichtiger ist es, dass die Forschung mit Hochdruck weiter vorangetrieben wird. Natürlich hat die „Chemo“ bereits jede Menge Leben retten können, ihre Verdienste sind unbestritten. Doch auch diese Therapieform stößt bei bestimmten Krebs-Erkrankungen- und -Stadien an ihre Grenzen – ganz zu schweigen von den unterschiedlich stark verlaufenden Nebenwirkungen, die von mild bis tödlich die gesamte Bandbreite abdecken. Nun soll eine neue Impfung die Chemotherapie bei verschiedenen Krebserkrankungen des blutbildenden Systems eines Tages überflüssig machen.

Jetzt geht der Kampf gegen Krebs in eine neue Runde

Bei Mäusen soll die Impfung in 97 Prozent der Fälle große Erfolge gezeigt haben. Im nächsten Schritt soll laut Science Translational in zwei Studien an Patienten mit Lymphdrüsenkrebs getestet werden, wie sich die Wirksamkeit auf den Menschen übertragen lässt. Die Rede ist von zwei Impfdosen, die mit einer leichten Bestrahlung unterstützt werden sollen. Klar ist: Diese Impfungen führen nicht etwa zu einer anhaltenden Immunität, sondern aktivieren das körpereigene Immunsystem. Dieses soll so „auf Touren gebracht“ werden, dass es in der Lage ist, die Krebszellen selbst zu bekämpfen.

Vorbeugende Impfung wie bei einer Grippe?

Wie muss man sich die Umsetzung vorstellen? Gehen wir in einigen Jahren zum Arzt, um uns mal eben nicht nur gegen die Grippe, sondern in einem Schwung auch gegen Krebs impfen zu lassen? Darauf gab Prof. Hans-Georg Rammensee (Leiter der Abteilung Immunologie an der Universität Tübingen) im BILD-Gespräch eine eindeutige Antwort: „Diese Impfungen sollen Patienten nicht vorbeugend wie etwa bei einer Grippe bekommen. Es sind therapeutische Impfungen, die verabreicht werden, wenn ein Mensch bereits erkrankt ist.So oder so: Der Kampf gegen Krebs geht in eine neue Runde …

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