Nach Antisemitismus-Vorwürfen: Echo-Nominierung für Kollegah und Farid Bang bleibt

Kollegah Farid Bang
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Josefine Rose
06.04.2018

Wie steht es um ein Album, das Zeilen rappt, die Auschwitz-Überlebende schockieren? Darf so ein Album für einen Echo nominiert werden? Diese Fragen kamen in den letzten Tagen mit Blick auf die Platte Jung Brutal Gutaussehend 3 von Kollegah und Farid Bang auf und wurden heiß diskutiert. Der Echo-Beirat prüfte diese Angelegenheit nun und gab sein Go für die Verleihung.

Laut Wolfgang Börnsen, Sprecher des Echo-Beirats, den der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit der Prüfung des durchaus heiklen Falles betraut hatte, handele es sich um einen „absoluten Grenzfall zwischen Meinungs- und Kunstfreiheit und anderen elementaren Grundrechten.“ Denn das Album, das in den Kategorien „HipHop/Urban National“ und „Album des Jahres“ für den Echo, der am 11. April verliehen wird, nominiert ist, spaltet die Meinungen – und das nicht zu knapp. Aber worum genau geht es eigentlich?

Fakt ist: Die letzten Auschwitz-Überlebenden haben sich in einem Statement klar und deutlich gegen die Tracks der Rapper ausgesprochen. Dabei verurteilen sie gleich mehrere Textpassagen verschiedener Songs: Denn während Kollegah und Farid Bang beim Track 0815 auf der gleichnamigen Bonus-EP des Albums Jung, brutal, gutaussehend 3 die Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ rappen, beinhaltet der Titel Drecksjob hingegen  Zeilen wie „Nach einem Schlag denkst du, dich hätt ein Lkw überfahr’n. Als wärst du aufm Weihnachtsmarkt.“ 

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Antisemitische Textpassagen bei Kollegah und Farid Bang?

Sind die Textpassagen von Kollegah und Farid Bang nun also antisemitisch oder nicht? Dürfen die Rapper weiterhin für den Echo in gleich zwei Kategorien nominiert sein? Der Echo-Beirat prüfte die Angelegenheit nun und gab grünes Licht für die Preisverleihung. Echo-Geschäftsführerin Rebecca Heinz bekräftigte die Entscheidung, mit den Worten dass „die Sprache des Battle-Rap hart und verbale Provokationen ein typisches Stilmittel“ seien.

Aber auch Kollegah und Farid Bang äußerten sich bereits zu den Vorwürfen antisemitischer Texte und distanzierten sich vor allem klar von der medialen Verurteilung ihrer Musik. Bleibt uns also abzuwarten, was die Echo-Verleihung am 11. April mit sich bringt, wenn die beiden Rapper im Rennen um das „Album des Jahres“ gegen Helene Fischer und Ed Sheeran antreten …

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