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7 komische Konzerte, die dir trotzdem nicht peinlich sein müssen

komische Konzerte
© Depositphotos / Anna_Om
Henning Sonnenschein
26.04.2018

Komische Konzerte? Kennt wohl jeder: von Bands, deren Alben man im CD-Regal so dreht, dass Besucher sie nicht sehen können. Oder deren Scheiben man sich eben gar nicht erst ins Haus holt. Letzteres würden bei belächelten Combos wie Pur, Scooter oder den meisten Schlager-Koryphäen wohl die meisten für sich in Anspruch nehmen. Wenn die vermeintlichen Spott-Opfer dann auf Tour kommen, sind die Hallen komischerweise trotzdem fast immer voll!

Na klar, es gibt Beispiele, in denen das eher für eine weit verbreitete Geschmacksverirrung spricht. Diese hier zum Thema zu machen, wäre aber zu einfach — und außerdem gemein gegenüber den, äh, „Künstlern”, die sich natürlich ungeachtet dessen, was man von ihrer Musik halten mag, voll reinhängen und auch gegenüber deren Fans, die den manchmal bizarren Ergüssen ja scheinbar etwas abgewinnen können.

Nein, wir schauen auf derzeit tourende Musiker, bei denen auch zumeist gleich abgewunken wird — deren Konzerte aber trotzdem völlig unpeinlich einen Besuch wert sein können — aus den unterschiedlichsten Gründen. Denn gerade bei diesem Thema ist der erste Eindruck derer, die sich noch nie ernsthaft mit der betreffenden Materie auseinandergesetzt haben, längst nicht immer ein treffender.

Deshalb Licht aus und Spot an für 7 komische Konzerte, die du dieses oder nächstes Jahr besuchen kannst — ohne dich dafür schämen zu müssen …

1

The Kelly Family

Zu ihrer Blütezeit in den 90ern waren die Kellys beides: Helden für die einen, Lachnummern für die anderen. Jetzt, da sich hüben wie drüben die Emotionen etwas gelegt haben und sich die Ex-Straßemmusiker auch etwas weniger zottelig gibt, kann man sich ruhigen Gewissens auf ihre gar nicht mal so geringen musikalischen Qualitäten konzentrieren. Den ganzen Sommer über on the Road.

2

Michael Jackson Musical

Jacko ist tot — seine Musik wird wohl ewig leben und ihre Fans finden. „Abgeschmackt” mögen manche denken — aber derzeit tourt ein aufwendig gemachtes Musical unter dem Namen „Thriller — Live!” durch die Republik und erweckt nicht nur Michaels Musik, sondern auch seinen einzigartigen Tanzstil zum Leben — und zwar überzeugend. Noch ein paar Termine dieses Jahr, jede Menge in 2019.

3

Dieter Thomas Kuhn

DTK gebührt eigentlich sowieso nicht die zweifelhafte Ehre, peinlich zu sein — sondern vielmehr der Verdienst, potenziell peinliche Schlager ihrem Stigma zu entreißen. Sein Rezept dafür: Er nimmt die Attitüde der 70er Schlager-Freaks auf die Schippe, interpretiert bekannte Gassenhauer aber mit Inbrunst und ernstzunehmender musikalischer Qualität. Großes Entertainment im Juni und Juli ’18.

4

Scooter

Okay — Scooter sind schon peinlich. Aber das mit Anlauf und so viel Selbstbewusstsein, dass es — je nach Geschmack — schon wieder cool ist. Und es gibt ja Leute, die bei schlichten Techno-Beats mit Kindergarten-Lyrics so richtig den Ballst des Alltags abfallen lassen können. Und wer schon im Presale die Brixton Academy in London ausverkauft (6.5.’18), macht definitiv irgendwas richtig.

5

Pur

Vielleicht würden PUR als gar nicht so peinlich gelten, wenn Sänger Hartmut Engler nicht viel zu lange eine bekloppte Achtziger-Matte spazieren getragen und es mit dem Kitsch nicht manchmal arg übertrieben hätte. Dafür ist es jetzt zu spät — um zu erkennen, dass die Band einiges drauf hat und Musik-Events für die ganze Familie kreiert, allerdings noch nicht. On Tour im Dezember 2018.

6

Nena

Nenas Musik ist Geschmackssache, aber peinlich ist sie nicht. Das ist nur Nena nur öfter mal selbst — aber wenn sie auf der Bühne steht, fällt das nicht auf. Dort gibt es nur eine professionelle Show mit genug NDW für die Jugend der 80er und genug modernem Pop-Rock für deren Kinder. Sofern nicht ausverkauft, gibt es diesen Sommer genug Gelegenheit, sich davon zu überzeugen.

7

Howard Carpendale

Wer bei Howie an kreischende Frauen und jene Männer denkt, die nur von ihren Herzendamen mitgeschleppt wurden, liegt erst einmal nicht ganz falsch. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie beim zweiten Mal freiwillig mitkommen. Der Grund: Howard Carpendale ist eine echte Legende und hat’s einfach drauf. Neben seinen großen Hits (Samstag Nacht, Ti Amo, Hello Again) stellt er im Rahmen seiner Tourneen unter Beweis, dass er auch ein feines Gespür für Humor hat. So macht Howie keinen Hehl daraus, dass „die Schlüpfer, die auf die Bühne geworfen werden, mit den Jahren deutlich größer geworden sind”. Mit 72 Jahren ist der Südafrikaner immer noch ein Showgigant.

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