Lebens-ABC: Warum dich ein kleines bisschen Kampfgeist weiterbringt

Kampfgeist
© Unsplash / Xuan Nguyen
Soeren Janssen
29.05.2019

Kampfgeist, Wettkampf, Rachegefühle sind Wörter, die die Harmoniemenschen unter uns eher so gar nicht mögen. Für die Kämpfer-Typen sind sie dagegen Motivation. Unser Lebens-ABC macht Halt bei „K“ wie „Kampfgeist“. Hier liest du, warum dich ein kleines bisschen Kampfgeist weiter bringt. Ja sogar gut tut. Das gilt sowohl für den beruflichen Bereich als auch für private Belange.

Was zeichnet Menschen mit Kampfgeist aus?

Menschen mit Kampfgeist lieben Konkurrenz und Wettkampf. Aggressivität ist mitunter auch kein Fremdwort für sie. Ein wichtiges Ziel von ihnen ist es, quitt zu sein mit anderen. Und sie geben gerne Revanche. Auch emotional sind Kämpfertypen gut zu charakterisieren: Sie lieben berufliche und private Triumphe und mögen Vergeltung. Das kann beispielsweise sichtbar werden bei der Gewinnung eines neuen Kunden der Konkurrenz. Oder eben auch beim Tennismatch in der Freizeit. Für gewisse Berufsfelder und Jobs ist ein kleines bisschen Kampfgeist notwendig. Win-win-Situationen führen nicht immer zum Ziel. Wenn ich mir meine eigene Vergangenheit als Labelchef in der Musikbranche anschaue, dann war das da auch so. Um Platz 1 der Charts zu werden mit der jeweiligen Band oder einem Künstler, sind die damaligen Musikmanager schon gerne einmal über Leichen gegangen. Oder haben gewisse Dinge gesteuert, die die Konkurrenz vielleicht nicht unternommen hat. Ganz aktuell kocht dieses Thema wieder auf bei der Debatte um die gekauften Spotify-Plays in der deutschen Rap-Szene.

Jeder hat Kampfgeist

Die Psychologie hat mit ihrem Motivationsforscher Nummer 1, Prof. Steven Reiss,  die besten Beweise in der Hand. Reiss fand nach jahrelangen Studien heraus: Das Bedürfnis nach Rache ist ein echtes Lebensbedürfnis. Wir Menschen tragen es in unserer DNA. Allerdings in unterschiedlichen Ausprägungen. Jeder hat also das Bedürfnis nach Rache und (Wett-)Kampf. Der eine mehr, der andere weniger. Insofern kann jeder von uns genetisch bedingt auch ein gewisses Maß an Kampfgeist ausüben. Und sich wettkampfähnlichen Situationen mit der Konkurrenz, den Mitbewerbern oder sonstigen Kontrahenten stellen. Ob er oder sie das allerdings auch auslebt, ist eine andere Thematik.

Harmonie vs. Kampfgeist

Das gilt natürlich auch für die absoluten Harmonie-Fanatiker unter uns. Auch ihr tragt ein kleines bisschen Kampfgeist in euch. Auch wenn euch das vielleicht nicht so vorkommen mag. Oder wenn ihr sehr gut im Einklang mit Kollegen und Freunden leben mögt. Wenn ihr es punktuell schafft, in wichtigen Situationen Kontra zu geben, werdet auch ihr eure Belange und Ziele wesentlich besser erreichen. Dazu gehört mitunter etwas Mut, da viele Menschen eben eher Harmonie, Einvernehmen oder Versöhnungen bevorzugen. Aber vor allem auch die Erkenntnis, dass der Kampfgeist in euch verankert liegt. Wir tragen immer beide Seiten in uns: Das Bedürfnis nach Harmonie und das Bedürfnis nach Rache. Und wenn wir uns an die vier Lebensbereiche erinnern, trägt auch dazu ein kleines bisschen Kampfgeist bei, den einen oder anderen Bereich verbessern zu können. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Über den Autor

 Soeren JanssenSoeren Janssen ist Experte für Motivation und Life- & Business-Coach. Mit dem Lebens-ABC stellt er interessante Punkte vor,  die in seinen Coachings immer wieder thematisiert werden. Der Wahlberliner arbeitet mit kreativen Methoden und ist über www.soerenjanssen.com zu erreichen.

 

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