Lebens-ABC: Was macht das universelle Chaos mit uns?

universelles Chaos
Soeren Janssen
29.03.2019

Der dritte Buchstabe unserer neuen Serie „Das Lebens-ABC“ C steht für Chaos. Hier betrachten wir einmal das universelle Chaos der heutigen Zeit und das persönliche. Also das Chaos in der großen Welt da draußen sowie unser eigenes Chaos im persönlichen Bereich.

Dass da draußen das universelle Chaos aktuell aus den Fugen geraten ist, erleben wir jeden Tag neu. Gefühlt mehr denn je: die rebellierende Natur, der Brexit, Terroranschläge, Flugzeugabstürze, Kreuzfahrtschiffe in Seenot. Die Liste ist beliebig weiter zu führen. Aber was macht das universelle Chaos mit jedem einzelnen von uns? Hat es Auswirkungen? Und wenn ja, welche?

Herbert Grönemeyer – der universelle Chaos-Prophet

Bereits 1993 konnte Herbert Grönemeyer einen Top-20-Hit mit dem Titel „Chaos aus seinem gleichnamigen Nummer-1-Album landen. Grönemeyer als Songtexter hatte damals schon die aktuelle Momentaufnahme beschrieben. Aber vielleicht auch das universelle Chaos der Zukunft (also von heute) besungen: „Grenzen aus den Angeln, die klare Linie dahin. Alles im Fluss, das Wilde gewinnt. Die Kulturen toben, Denkzentralen unter Schock. Antworten laufen Amok“ sind alles Zeilen, die 1:1 zur heutigen Welt passen. Herbert Grönemeyer also ein Chaos-Prophet? Mit Sicherheit ja. Als hätte der Künstler genau gewusst, was passiert: „Die Natur nimmt das Heft in die Hand, schlägt beinhart zurück. Schickt die Geldgier in Katastrophen, zwingt uns zu unserem Glück“. Gut, dass es solche gesellschaftskritischen Künstler gibt. Künstler, die uns wachrütteln wollen. Denn nur so haben wir die Chance, dass etwas mehr Ruhe, Sicherheit und Harmonie (zurück)kommen in unsere Welt.

Zu viel Negativität ist gar nicht gut

Dass das universelle Chaos uns beeinflusst, liegt klar auf der Hand. Ist aber bei den Menschen verschieden. Wer viel Nachrichten hört, schaut oder im Internet liest, erlebt täglich die Missstände hautnah mit. Live und in Farbe. Je mehr wir den Informationen ausgesetzt sind, dass die Welt schlecht ist, desto eher glauben wir es. Unser Unterbewusstsein implementiert den Gedanken „Die Welt ist schlecht“. Wenn du ihn immer und immer wieder hörst, wird daraus ein Glaubenssatz. Und du glaubst den Gedanken. Zu viel Negativität bedingt durch das universelle Chaos ist also gar nicht gut auf lange Sicht.

Sollten dir die vielen negativen Nachrichten nicht gut tun, lade ich dich zu folgendem Experiment ein: Verzichte bewusst einen Tag pro Woche auf Nachrichten und Social Media. Der Samstag oder der Sonntag wären ein guter Zeitpunkt. Das heißt dann in der Praxis, dass du an diesem Tag nur dein Smartphone zum telefonieren verwendest. Und wirklich nur zum telefonieren. Durch diese Taktik verzichtest du bewusst auf negative Gedanken und Botschaften aus der Welt. Vielleicht verbringst du diesen Tag an der frischen Luft, in der Natur oder liest ein schönes Buch. Dadurch lädst du dich mit positiven Gedanken auf. Du bist der Welt da draußen in punkto universelles Chaos wieder gewappnet.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Chaos

Ist die Struktur oder sind die Details aus den Fugen geraten, können manche Menschen einfach nicht damit umgehen? Oder nur sehr schwer? Das sind dann die Menschen, die ein hohes Bedürfnis nach Ordnung haben. Das gilt für den privaten Bereich und fürs Weltgeschehen. Das Bedürfnis nach Idealismus (Welt verbessern: ja oder nein) spielt natürlich dabei auch eine große Rolle. Unterschiedliche Menschen reagieren eben unterschiedlich auf Chaos. Das gilt für das universelle Chaos und für das persönliche. Menschen, deren Veranlagung und Prägung eher auf Flexibilität und Spontaneität ausgelegt ist, können mit privatem Chaos wunderbar umgehen. Sie brauchen es sogar, um richtig gut zu werden und um sich wohl zu fühlen. Das ist dann auch der Grund, weswegen sie vielleicht nicht ganz so schnell aus der Bahn gebracht werden, wenn sie sich das universelle Chaos anschauen. Oder sie konsumieren gar das Chaos in Form von News und Reportagen.

Chaos sorgt für Kreativität

Viele meiner Klienten sind kreativ. Das sind dann diejenigen, die das (persönliche) Chaos positiv betrachten. Bzw. vermeintlich chaotische Zustände gar nicht so bewerten. Denn möglichst viele Eindrücke und spontane Situationen kurbeln ihre Kreativität regelrecht an. Das spiegelt sich dann in ihrer Arbeit wider. Und es werden wahnsinnige Musikstücke daraus, großartige Kunstwerke, Filme oder sonstiges bewegtes Bild. Das würde nicht gehen, wenn alles streng nach Detail und Struktur getaktet wäre. Insofern ist persönliches Chaos durchaus als positiv zu bewerten.

Also, stell für dich fest, wie viel Chaos du in deinem Alltag benötigst oder eben nicht. Und dann richtest du danach deinen Alltag und deine Visionen, Ziele und Pläne aus. Wenn man sich einmal näher mit dem Thema Chaos bzw. Ordnung aktiv beschäftigt hat, profitiert man davon. Und die eigene Persönlichkeitsentwicklung kann Fahrt aufnehmen.

Über den Autor

Soeren Janssen

Soeren Janssen ist Experte für Motivation und Life- & Business-Coach. Mit dem Lebens-ABC stellt er interessante Punkte vor, die immer wieder zur Thematik werden in seinen Coachings. Der Wahlberliner arbeitet mit kreativen Methoden und ist über www.soerenjanssen.com zu erreichen.