Ihr Rücken konnte entzücken: Lorde mit Kleid-Protest bei den Grammy Awards

Dennis Ebbecke
29.01.2018

Bei den Grammy Awards 2018 setzten die meisten Promis mit Hilfe einer weißen Rose ein Zeichen gegen sexuelle Übergriffe. Sängerin Lorde („Royals“) verzichtete sowohl auf den Roten Teppich als auch auf die weiße Rose, um mit einer einzigartigen Idee gegen die Diskriminierung von Frauen zu protestieren. Sie ließ ihre Botschaft in ihr Kleid einnähen und postete das Foto bei Instagram.

Alles begann mit der #MeToo-Debatte und den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Harvey Weinstein. In den vergangenen Monaten verging kaum eine Woche, in der nicht erneut ein Hollywoodstar an den Pranger gestellt wurde. Die großen Award-Shows avancierten zu Protestbühnen, Prominente nutzten die Veranstaltungen, um klare Zeichen zu setzen. Bei den Golden Globes wurden schwarze Kleider als Symbol genutzt, bei den Grammys waren es weiße Rosen.

Doch nur einem Superstar gelang es, im Rahmen der Preisverleihung am Sonntag im Madison Sqaure Garden in New York nachhaltig für Gesprächsstoff zu sorgen: Lorde. Die in Neuseeland geborene Musikerin erschien mit einem Zettel, der ihr zuvor in ihr rotes Kleid eingenäht worden war. Ihre Botschaft, die an ein Zitat der Künstlerin Jenny Holzer angelehnt war, lautete: „Unsere Zeiten sind inakzeptabel. Seid mutig, denn das Schlimmste ist der Vorbote des Besten. …) Die Alten und Korrupten müssen zerstört werden, bevor die Gerechten triumphieren können.“

Lorde ging leer aus – Bruno Mars räumte ab

Der Kleid-Protest von Lorde verfehlte seine Wirkung jedenfalls nicht. Es war übrigens nicht ihr einziges Zeichen: Da mit ihr nur eine Frau in der Kategorie „Album des Jahres“ nominiert worden war und sie zudem – im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen – als einzige Nominierte kein Angebot für einen Solo-Auftritt erhalten hatte, lehnte sie einen Tribut-Auftitt zu Ehren des verstorbenen Tom Petty ab. Auch den Gang über den Roten Teppich schenkte sich die Sängerin. Den Preis in dieser Kategorie erhielt übrigens nicht Lorde, sondern der Abräumer des Abends, Bruno Mars, der sechs Trophäen mit nach Hause nehmen durfte.

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