Lucky Luke und ein schwarzer Sheriff: Warum dieses Comic-Duo einmalig ist

Lucky Luke schwarzer Sheriff
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Dennis Ebbecke
23.06.2020

Seit Jahren wird darüber spekuliert, ob und wann es den ersten schwarzen James Bond geben wird. Und auch ein schwarzer Papst wird immer wieder hoch gehandelt. Mit einem schwarzen Sheriff an der Seite des Comic-Helden Lucky Luke hatten allerdings die wenigsten gerechnet. Umso besser, dass die Macher in Zeiten von Black Lives Matter nun dieses Zeichen gesetzt haben.

Eigentlich sollten sich die Sensation heutzutage in Grenzen halten, wenn ein weißer Cowboy mit einem schwarzen Sheriff gemeinsame Sache macht. Dass dem nicht so ist, dient als Beleg dafür, dass es noch einiges zu tun gibt. Das Thema des neuen Luck Luke-Comics, der am 23. Oktober erscheinen soll, passt jedenfalls zu jenem Wahnsinn, der sich in den vergangenen Wochen in den USA abgespielt hatte (Stichwort: Black Lives Matter).

In dem Comic dreht sich alles um die Rassentrennung in den USA. Um dieser endlich den Garaus zu machen, hat sich Lucky Luke neben seinem Pferd Jolly Jumper und seinem Hund Rantanplan einen weiteren Verbündeten an seine Seite geholt: und zwar besagten afroamerikanischen Sheriff. Aus dem „einsamen Cowboy”, der schneller schießen kann als sein eigener Schatten, wird also ein kongeniales Duo.

Lucky Luke und der schwarze Sheriff sind keine direkte Reaktion auf den Fall Floyd

Nach dem Mord an George Floyd in Minneapolis durch einen weißen Polizeibeamten sorgten Proteste in einigen US-Bundesstaaten zuletzt für einen Ausnahmezustand. Lucky Luke und der schwarze Sheriff setzen nun ebenfalls ein Zeichen gegen Rassismus. Jedoch handelt es sich bei der neuen Ausgabe nicht etwa um eine unmittelbare Reaktion von Autor Jul und Zeichner Achdé auf den gewaltsamen Floyd-Tod, sondern um einen bereits zuvor geplanten Handlungsstrang. Die Geschichte basiert auf einen einstigen Vize-Sheriff afrikanischer Abstammung namens Bass Reeves, der 1838 als Nachkomme von texanischen Sklaven das Licht der Welt erblickte.

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