Maushirsch und Co.: Diese 4 vermeintlich ausgestorbenen Tiere gibt es wieder

Maushirsch
© picture alliance/KEYSTONE
Dennis Ebbecke
28.08.2020

Schon mal etwas vom Lazarus-Effekt gehört? Von diesem Phänomen ist immer dann die Rede, wenn als ausgestorben geltende Tierarten wiederaufgefunden wurden. Ende vergangenen Jahres sorgte der Maushirsch, der nach 30 Jahren erstmals wieder gesichtet wurde, für eine Sensation. Damit steht er nicht alleine da, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Warum heißt der Lazarus-Effekt eigentlich Lazarus-Effekt? Die Antwort auf diese Frage liefert eine Geschichte des Johannesevangeliums. Diese besagt, dass Jesus den verstorbenen Lazarus wieder zum Leben erweckte.

Da die Herkunft des Namens nun geklärt ist, wollen wir uns vier irdischen Tierarten widmen, die gemeinhin mit dem Lazarus-Effekt in Verbindung gebracht werden.

Vom Maushirsch bis zum Wondiwoi-Baumkänguru: Diese vier Tierarten gibt es wieder!

1

Maushirsch

Knapp 30 Jahre lang hatte kein Mensch den vietnamesischen Maushirsch (auch als Vietnam-Kantschile bekannt) mehr zu Gesicht bekommen, ehe im November 2019 ein paar Exemplare in der Nähe der Küstenstadt Nha Trang, im Osten Vietnams gelegen, in die Fotofalle tappten. Eine Sensation, denn die letzten Maushirsche sollen angeblich 1990 von einem Jäger erschossen worden sein. Es handelt sich übrigens um die kleinsten lebenden Huftiere unserer Zeit.

2

La-Gomera-Rieseneidechse

Historische Knochenfunde brachten die Forscher erst 1985 auf die Fährte der La-Gomera-Rieseneidechse. Knapp 15 Jahre später entdeckten Zoologen der Universität von La Laguna, mit Unterstützung von Zeugenaussagen, die Eidechse. Danach begann eine beeindruckende Rettungsaktion, die zur Folge hatte, dass heute schätzungsweise circa 300 Exemplare der Gomera-Eidechse im natürlichen Lebensraum vorkommen — neben den etwa 400 Tieren, die in Gefangenschaft herangezüchtet wurden.

3

Sehuencas-Wasserfrosch

Jetzt musst du ganz stark sein, denn diese Geschichte geht unter die Haut, hat aber ein Happy End. In Bolivien wurde einst der vermeintlich letzte Sehuencas-Wasserfrosch gefunden. Romeo, so wurde der kleine Mann getauft, galt lange Zeit als der einsamste Frosch der Welt, lebte alleine in einem Aquarium. Die Wissenschaftler gaben die Hoffnung allerdings nie auf und wurden belohnt, als sie in einem Bach fünf Sehuencas-Wasserfrösche fanden. Da sich darunter auch ein Weibchen befand, bekam Romeo seine Julia an seine Seite. Einfach zum Quieken, ähm … Quaken!

4

Wondiwoi-Baumkänguru

Ein Sensations-Fund nach 90 Jahren! Im Juli 2018 fotografierte ein britischer Amateur-Botaniker am Mount Wondiwoi (das Gebirge liegt auf der Wandammenhalbinsel in Westneuguinea) das Baumkänguru. Der Beuteltier-Experte Roger Martin (James Cook University) bestätigte, dass es sich auf dem Foto um das als ausgestorben geltende Wondiwoi-Baumkänguru handelte.

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