Endlich gibt es ein Menstruations-Emoji – aber nicht so, wie wir es uns gewünscht haben

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Menstruations-Emoji
© Plan International

Emojis sei Dank ist es uns möglich, uns mit Zeichen statt Worten über die wichtigen und unwichtigen Themen des Lebens auszutauschen. Über eine anstehende Zombie-Apokalypse zum Beispiel. Oder Auberginen. Doch allem Emoji-Wachstum zum Trotz gab es jahrelang kein Icon, das sich eben jener monatlichen Phase einer Frau widmet, die ihr Leben maßgeblich beeinflusst: ihrer Periode. Das hat nun ein Ende, denn endlich gibt es das lang ersehnte Menstruations-Emoji – doch wirklich happy sind wir Frauen damit nicht …

Starten wir mit einem kleinen Throwback: Im Jahr 2017 startete die Hilfsorganisation Plan International eine Kampagne und gestaltete fünf Vorschläge für Emojis, die für die weibliche Periode stehen sollen: eine Binde mit rotem Fleck, rote Eierstöcke, ein Slip mit Bluttropfen, ein Kalender mit Blutstropfen sowie Bluttropfen mit Gesichtszügen. Mehr als 54.000 Frauen (und Männer) stimmten damals für das beste Symbol ab – und kürten einen Slip mit zwei Blutstropfen zum Sieger.

Das Motiv für das #periodemoji wurde beim Unicode-Konsortium eingereicht; dabei handelt es sich um eine Organisation, die dafür verantwortlich ist, dass jeder Mensch – unabhängig vom Endgerät – das gleiche Vokabular auf seiner Bildtastatur findet. Doch das Konsortium entschied sich gegen den Slip mit den Bluttropfen. Erst als sich Plan International mit dem englischen National Health Service zusammentat, der sich für mehr Einsatz rund um das Thema Blutspenden stark macht, nahm die Organisation ein Menstruations-Emoji in seinem Katalog auf: einen simplen roten Blutstropfen.

Menstruations-Emoji steht nur unter anderem für die Menstruation

Aktivistinnen, die sich für das #periodemoji stark gemacht haben, sind zwar einerseits happy, dass es nun endlich ein Menstruations-Emoji gibt, doch wirkliche Feierlaune will nicht aufkommen. Der Grund liegt auf der Hand, denn kann ein einzelner Blutstropfen tatsächlich das repräsentieren, was die Hälfte der Menschheit Monat für Monat erlebt? Und noch mehr, denn wirft man auf der Unicode-Seite einen Blick auf die Beschreibung des neuen Emojis, stellt man schnell fest, dass der rote Tropfen sowohl für „Blutspende”, „Medizin” und zuletzt auch für „Menstruation” stehen soll. Seriously?

Es ist natürlich nicht so, dass Themen wie „Blutspende” oder „Medizin” nicht ein eigenes Emoji verdient hätten und womöglich ist das Thema Blutspende mit einem Icon wie einem Blutstropfen ziemlich gut dargestellt. Ob das rote Tröpfchen aber tatsächlich die Monatsblutung repräsentieren kann und soll, bleibt an dieser Stelle fraglich und wirft die Frage auf, warum sich eigentlich nicht für jenes Icon entschieden wurde, für das zahlreiche Menschen im Rahmen der Kampagne abgestimmt haben … Denn so viel scheint sicher: Das neue Blutstropfen-Emoji ist gut und schön, wird aber wohl in der digitalen Welt niemals das repräsentieren können, wofür es ursprünglich angedacht war. Und noch mehr, denn für viele Frauen geht der Kampf um den Tabubruch hinsichtlich ihrer Periode in die nächste Runde …

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