Lasst uns #proudboys kapern! Homosexuelle setzen mit diesem Hashtag ein Zeichen

#proudboys kapern
© Unsplash/Christian Buehner
Dennis Ebbecke
06.10.2020

Wie gehen wir mit rechtsextremen Gruppierungen um, die Fremdenhass und Homophobie schüren? Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten: totschweigen oder den Spieß umdrehen! Für letzteren Weg haben sich weltweit viele Homosexuelle entschieden, die den Hashtag #proudboys gekapert und in etwas Positives umgekehrt haben. Die rechtsextreme Organisation ist zuletzt auf zweifelhafte Weise durch die TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden.

Die Proud Boys wurden in den USA gegründet und sind dafür bekannt, Widerstand gegen die Staatsgewalt zu propagieren. Mit ihrer Hetze gegen die schwarze Bevölkerung fielen sie auch im Rahmen von Demonstrationen gegen die „Black Lives Matter”-Bewegung negativ in Erscheinung. Kürzlich wurde diese Gruppierung im Rahmen der TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden thematisiert.

Was war passiert? Der Moderator hatte die beiden US-Präsidentschaftskandidaten dazu aufgefordert, sich von den Rassisten zu distanzieren. Mit Blick auf die Proud Boys schockierte der amtierende US-Präsident mit folgender Aussage: „Stand back and stand by!” („Haltet Euch zurück und haltet Euch bereit!”). In den Tagen nach der hitzigen, oft geschmacklosen Debatte wurde dieses Statement immer wieder aufgegriffen und als Warnung Trumps bewertet. Die Schlussfolgerung vieler Beobachter: Sollte Trump die Wahl verlieren, könnte er seine Anhänger zu gewaltsamen Auseinandersetzungen auffordern.

#proudboys kapern: Dieser Schauspieler setzte die Bewegung in Gang

Die beste Antwort auf die „Proud Boys”-Diskussion liefert aktuell ein Hashtag, der seit einigen Tagen viral geht. So haben sich weltweit homosexuelle Menschen zusammengetan, um #proudboys zu kapern. Anders ausgedrückt: Der Hashtag wurde kurzerhand umgedeutet — dank eines Anstoßes des Schauspielers George Takei (bekannt als Hikaru Sulu aus Raumschiff Enterprise). Dieser hatte seine Follower via Twitter mobilisiert, den Spieß umzudrehen: „Was wäre, wenn schwule Jungs Fotos von sich machen würden, auf denen sie miteinander rummachen oder sehr schwule Dinge tun, und sich dann mit #proudboys markieren würden. Ich wette, das würde sie ganz schön durcheinander bringen.”

Eine geniale Idee, die inzwischen von vielen schwulen Männern aufgegriffen wurde. Unter dem Hashtag #proudboys findet man unzählige Fotos küssender Männer beziehungsweise wirklich „stolzer Jungs”. Wir finden: Ein tolles Zeichen. Lasst uns gemeinsam #proudboys kapern!

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