Wie klingt eigentlich russischer Rave-Pop?

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russischer rave-pop
© WMG
Sascha Falkner | Sponsored by Warner Music Germany
23.03.2020

Popmusik eignet sich bestens für genreübergreifende Kombinationen: Ob Rock-Pop, Dance-Pop, Pop-Rap oder aber Rave-Pop. Letzteres ist das musikalische Steckenpferd der russischen Gruppe Little Big, die mit ihrem Song UNO ihr Land beim diesjährigen Eurovision Song Contest vertreten hätten — wäre der ESC nicht wegen Corona abgesagt worden. Das Event fällt also aus, doch die Musik bleibt. Und wie russischer Rave-Pop klingt, und was es mit der Band auf sich hat, erfahrt ihr hier…

Rave hat seinen Ursprung im London der späten 1950er Jahre. Damals verstand man darunter „wilde Partys unkonventioneller Leute der Gesellschaft”. Musikalisch entwickelte sich die Rave-Kultur in den 1980er Jahren und hatte ihren glorreichen Höhepunkten während der 1990er. Electro, Techno, (Acid) House, Gabber und Trance sind einige von vielen Genres und Subgenres, die in Rave-Musik mit einfließen. Abgesehen vom klischeehaften Drogenkonsum sind Rave-Partys sind gekennzeichnet durch schrille Outfits und jede Menge Neonfarben und Lasershows. Nichts dieser Dinge würde man in irgendeiner Form mit dem konservativen Russland in Verbindung bringen.

Weit gefehlt: Little Big ist eine russische Band, die Rave und Pop miteinander verbindet. Bereits 2013 hat sich die vierköpfige Truppe in Sankt Petersburg gegründet und weiß zu polarisieren: Mit Songs wie Everyday I’m Drinking macht sich die Band über russische Stereotypen lustig. Mit Tracks wie Big Dick (2016) verstoßen sie mit jeder Menge sexuellen Andeutungen und Symbolik gegen russische Konventionen. Ihr Song Skibidi (2018) ging sofort viral und wurde rekordverdächtige 274 Millionen Mal auf YouTube geklickt. Jetzt meldet sich Little Big mit dem Song UNO an die Front und wird mit diesem beim diesjährigen ESC in Rotterdam ihr Land vertreten…

Russischer Rave-Pop: Spanglishe Lyrics, Synthesizer und jede Menge knallbunter 70s Kitsch

Russische Band singt auf englisch und spanisch: UNO klingt im ersten Moment ein wenig nach Latin-Pop. Das Musikvideo bietet jede Menge knallbunten 70s Kitsch. Wären da nicht der Synthesizer, der im Laufe des Songs ausgepackt und ziemlich dominant den Track begleitet — wenn auch weniger Hardcore-Beat-lastig. Spätestens hier erkennt man die Verbindung zwischen Little Big und Rave. Dennoch gibt sich die Musik der Gruppe aber weitaus poppiger als man es vielleicht bei Tomorrowland hören würde.

Little Big als Favorit der LGBT-Community?

Fest steht: russischer Rave-Pop made by Little Big hält sich an keine festen Genres — und schon gar nicht an Normen und Konventionen. Und auch wenn die Lyrics weniger tiefsinnig als eher rein unterhaltsam sind, macht der Track definitiv Laune. Schaut man sich die vergangenen ESCs an, könnte dieser Song beim Contest ziemlich viele Punkte einbringen. Immerhin mag die LGBT-Community es ein bisschen schrill, bunt und verrückt. Für Little Big definitiv eine weitere gute Gelegenheit, den konservativen Ansichten Russland einen kleinen musikalischen Seitenhieb zu verpassen. Und vielleicht gibt es ja dann im nächsten Jahr, in einer Corona-freien Zeit, eine neue Chance dies zu beweisen.

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