Alltagsfragen: Warum müssen die Sonnenblenden im Flugzeug bei Start und Landung offen bleiben?

Sonnenblenden im Flugzeug
© Unsplash / Marten Bjork
Dennis Ebbecke
21.10.2018

„Meine Damen und Herren, wir beginnen jetzt mit unserem Landeanflug und bitten Sie deshalb, Ihren Sitzgurt wieder zu schließen und Ihren Sitz in eine aufrechte Position zu bringen. Bitte denken Sie auch daran, dass Sie Ihre mitgebrachten elektronischen Geräte jetzt wieder ausschalten.“ Eine solche oder ähnliche Ansage hat jeder Fluggast schon einmal gehört. Klingt so weit alles nachvollziehbar. Doch warum müssen Passagiere eigentlich ihre Sonnenblenden im Flugzeug bei Start und Landung nach oben schieben? Hier ist die Antwort.

Vor und während eines Fluges müssen eine Reihe von Sicherheitschecks durchgeführt werden – und das gilt nicht nur für die Piloten im Cockpit, sondern für das gesamte Bordpersonal. Die Kabinenbesatzung überprüft unter anderem, ob alle Passagiere angeschnallt sind und die Tische hochgeklappt wurden. Auch die Sonnenblenden müssen bei Start und Landung geöffnet sein. Doch warum eigentlich? Inwiefern trägt dieses Detail zur Sicherheit an Bord bei?

Gerade in der Start- und Landephase ist es wichtig, dass alle Besatzungsmitglieder Auffälligkeiten in und außerhalb des Fliegers wahrnehmen können. Dies ist nur möglich, wenn alle einen ungehinderten Blick nach draußen haben. Auch wir Fluggäste können und sollen übrigens ihren Teil zur Sicherheit beitragen und eventuelle Unregelmäßigkeiten an die Flugbegleiter weitergeben. In der Luft zählt jede Sekunde. Noch ehe die Instrumente im Cockpit Alarm schlagen, können wichtige Informationen so direkt zu den Piloten gelangen.

Geöffnete Sonnenblenden im Flugzeug helfen bei einer möglichen Evakuierung

Der entscheidende Grund, warum Sonnenblenden im Flugzeug bei Start und Landung geöffnet bleiben müssen, ist allerdings folgender: Im Fall einer Evakuierung kann die Kabinenbesatzung mit freier Sicht nach draußen besser entscheiden, zu welcher Seite das Flugzeug am sichersten verlassen werden kann. Bei Nachtflügen wird aus diesem Grund übrigens auch das Kabinenlicht den Lichtverhältnissen außerhalb des Fliegers angepasst. So wird sichergestellt, dass sich das menschliche Augen an die Dunkelheit gewöhnen kann.

Hier klicken! So wurde ein Pilot mit einer Notwasserung auf dem Hudson zum Helden!

Und mal ehrlich: Es ist doch auch viel schöner, das türkisblaue Meer oder die Wahrzeichen einer Stadt betrachten zu können als den Blick auf geschlossene Sonnenblenden werfen zu müssen …

Passend zum Thema