Was macht eigentlich … Everlast?

Everlast
© picture alliance / Jazzarchiv
Henning Sonnenschein
18.08.2019

Er hat mit House Of Pain eine legendäre Oldschool-Hip-Hop-Band mitbegründet – und stellt als Solist bis heute alles andere als einen typischen Rapper dar. Vielmehr ist Everlast ein musikalisches Allround-Genie. Was treibt der irischstämmige Ami, der am 18. August 50 Jahre alt geworden ist, aktuell eigentlich so?

Everlasts Startschuss in den Hip-Hop-Kosmos war seine Liebe zu Run DMC – diese Kultkombo inspirierte den Teenager Mitte der Achtziger, selbst aktiv zu werden. Und das so erfolgreich, dass er in Ice-Ts Rhyme Syndicate aufgenommen und mit 21 Jahren bereits sein erstes, wenn auch wenig erfolgreiches, Soloalbum Forever Everlasting veröffentlichte. Erfolg stellte sich dann allerdings mit House Of Pain ein, eine Band, die er 1991 mit den Kollegen Danny Boy und DJ Lethal gründete. Nach drei Alben war 1996 bereits wieder Schluss – und auch, wenn die letzten beiden davon in Sachen Verlaufszahlen schon wieder schwächelten, gilt zumindest das selbstbetitelte Debüt bis heute als Klassiker, nicht zuletzt wegen des Hits Jump Around.

House Of Pain war auch der Katalysator für Everlasts Solokarriere, die bereits 1998 mit dem Album Whitey Ford Sings The Blues ihren kommerziellen Höhepunkt erreichte – nicht, weil alles danach nicht erfolgreich gewesen wäre, sondern weil dieser Longplayer nach oben die Messlatte verdammt hoch gesetzt hat. Dass von Gitarren-Sounds mit eher unterschwelligem Rap-Anteil getragene Album heimste in den USA dreifach Platin ein und enthält mit What It’s Like den wohl bekanntesten Song von Everlast. Dramatische Randnotiz: Bei den Aufnahmen zu dem Album erlitt er aufgrund eines angeborenen Herzfehlers einen Infarkt und bekam daraufhin eine künstliche Herzklappe eingesetzt.

Everlasts Pause: Es gibt (noch) Wichtigeres als Musik

Vier weitere Alben folgten bis 2011 (2013 noch eines mit Akustikversionen alter Stücke), aber wirklich große Wellen schlug Everlast, der bereits 1996 zum Islam konvertierte, damit nicht – was nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen für die Qualität seiner Musik sein muss. Letztes Jahr war es nach einer mehrjährigen Schaffenpause dann endlich so weit für einen neuen, seinen insgesamt siebten Solo-Output. Die lange Pause erklärt Everlast unter anderem damit, dass er sich um seine an Mukoviszidose erkrankte älteste Tochter kümmern musste – es habe lange gedauert zu lernen, mit so einer Situation umzugehen und sich um ein Kind mit solchen Problemen und Bedürfnissen zu kümmern.

Mittlerweile ist sein Kopf aber nicht mehr nur frei genug für neue Musik, sondern auch für ausgedehnte Tour-Aktivitäten: Schon 2018 war er unter anderem in Deutschland unterwegs, und auch in diesem November stehen noch ein paar Termine auf deutschem Boden an: Stuttgart am 8.11., Bochum am 12.11., Bremen am 19.11. und Leizpig am 21.11.

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