Wahrheit ist, was dein Hirn draus macht: Yanny oder Laurel?

Yanny oder Laurel
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Henning Sonnenschein
17.05.2018

Man kennt sie nur zu Genüge: Bilder, in die man verschiedene Formen, Farben, Größen oder was auch immer hineininterpretieren kann. Die verwirrenden Mechanismen im Gehirn funktionieren aber auch genauso, wenn der Input nicht über die Augen, sondern über die Ohren kommt: Hörst du Yanny oder Laurel?

Der Hintergrund für diese virale Frage ist ein kurzer Audio-Clip, in dem eine Computerstimme ein zweisilbiges Wort sagt. Über Reddit kam der Audio-Schnipsel in die digitale Welt – und sorgt angesichts der Tatsache, dass er die Hörer in zwei Lager spaltet, für Furore! Die einen können kaum nachvollziehen, wie man überhaupt etwas anderes als Yanny auch nur erahnen kann. Allerdings mangelt es genauso wenig an Leuten, die Stein und Bein auf Laurel schwören! Versucht es einfach mal selbst:

Yanny oder Laurel – oder Yanny und Laurel?

So rätselhaft die unterschiedliche Wahrnehmung scheint, gibt es einen ziemlich sachlichen Erklärungsansatz: Ob man Yanny oder Laurel hört, hängt stark von den Frequenzbereichen ab, die man wahrnimmt. Und das wiederum ist zum einen stark vom Alter des Hörers abhängig, und natürlich auch vom „Zustand“ der Ohren generell – und auch die Umgebung in der sowie das Gerät mit dem man sich den Clip zu Gemüte führt, beeinflussen, welche Frequenzen man wie wahrnimmt. Als Beleg für diese Lösung haben Twitter-User mit entsprechenden Bearbeitungsprogrammen herumprobiert:

Wenn man dann noch mit einbezieht, dass jedes Gehirn verschiedenste abgespeicherte Eindrücke zur Deutung von Wahrnehmungen heranzieht und auch noch unterschiedliche Sprachen und Akzente eine Rolle spielen, erscheint es fast erstaunlich, dass es nicht noch viel mehr Interpretationen als Yanny und Laurel gibt…

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