E^st, Chvrches & Co.: Diese Mädels mischen den Synthie-Pop auf!

2Glory
Dennis Ebbecke
11.12.2017

Der Synthie-Pop ist endgültig zurück, hat sich jedoch deutlich verändert und modernisiert. Vor allem junge, experimentierfreudige Künstlerinnen widmen sich mit großer Leidenschaft diesem Genre und liefern kreativsten Output. Aktuelle Beispiele sind die Australierin E^st (Life Goes On) oder die schottische Band Chvrches (The Bones Of What You Believe), die mit ihrer ganz persönlichen Note die Szene kräftig aufmischen. Da staunt selbst Dave Gahan von Depeche Mode, die dieses Genre einst salonfähig machten.

Fällt dir etwas auf, wenn du die Namen E^st und Chvrches liest? Genau, beide haben eine ganz eigene Schriftart beziehungsweise Schreibweise gewählt, um auf sich aufmerksam zu machen. Dies mag in diesem Fall ein Zufall sein, doch alles in allem ist es ein Ausdruck von Kreativität. Junge Girls machen sich in der Synthie-Pop-Szene einen Namen, indem sie allumfassend ihre Frauenpower zum Ausdruck bringen. Der rote Faden findet sich vom Style der Mitglieder über die Musik bis eben hin zum Bandnamen wider.

Dieser Synthie-Pop bricht die Stille!

Synthie-Pop von E^st

Das E^st-Cover zum Song Life Goes On

Nehmen wir doch nur einmal die 19-jährige Mel Bester, wie E^st mit bürgerlichem Namen heißt, Aktuell lässt sie mit Hilfe ihrer neuen 3 Track Remix EP namens Life Goes On aufhorchen. Die Australierin ist zwar eine Newcomerin, die jedoch auf dem besten Weg ist, sich in Sachen Spotify-Streams auf eine Stufe mit den ganz Großen im Bizz zu hieven. Kein Wunder, schließlich überschlagen sich die Radiostationen und Blogs bereits seit geraumer Zeit mit Lob, wenn sie auf die ausdrucksstarke Musikerin zu sprechen kommen. So bezeichnete der australische Radiosender Triple J den Track Life Goes On als einen „unglaublichen Weg, um die Stille zu brechen“. The Interns spricht von einem „gewaltigen Pop-Moment“ und Purple Sneakers teasert diesen Titel als eine „Aufbruchshymne“ an, auf die „du gewartet hast“.

Doch was macht diese Australierin so besonders? Ja, zugegeben: E^st wirkt auf den ersten Blick ganz süß, aber mit ihrem wirren Lockenkopf und zurückhaltendem Styling eher gewöhnlich als crazy. Und genau das ist es doch, wonach wir uns in dieser heutigen Zeit so sehr gesehnt haben – unverbrauchte, ehrliche und charakterstarke Talente, die uns eine Aussage mit Mehrwert vermitteln. Mehr Real-Girl als It-Girl, lautet offensichtlich das Motto. Ihr Fokus liegt eindeutig in ihrer Stimme und der Unbekümmertheit in der Melodie. Soulig und kraftvoll steuert sie auf Genregrenzenüberschreitungen zu, dass musikalische Einordnungen absurd erscheinen. Hier Pop, da Trip-Hop, ab und an House und dann wieder Ausflüge in den Folk.

E^st ist nicht alleine: So geht Girlpower heute!

Der neue Synthie-Pop-Trend scheint draußen anzukommen, denn E^st und Chvrches sind nicht alleine: Haim, MØ, Mapei oder MS MR sind nur einige Acts, die mit ihrer elektronischen Musik momentan neue Akzente setzen. Doch was heißt eigentlich elektronisch? Natürlich nutzen E^st und Co. Synthesizer als Stilelement, doch die Songs klingen dynamischer und greifbarer, als man es aus dem Synthie-Pop-Bereich früherer Jahrzehnte kennt. Elektronisch, ohne dabei an Dynamik einzubüßen. Sexy, ohne dabei billig zu wirken. So geht Girlpower heute – und Synthie-Pop sowieso …

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