Hotel Reporting Software auswählen: Worauf sollten Sie achten?

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Hotel Reporting Software auswählen: Worauf sollten Sie achten?
Photo by runnyrem / Unsplash

Hotels erzeugen täglich große Mengen an Daten. Reservierungen, Auslastung, Zimmerpreise, Vertriebskanäle, Stornierungen, Aufenthaltsdauer und Umsatzentwicklung liefern wertvolle Informationen darüber, wie sich ein Betrieb tatsächlich entwickelt.

Das Problem liegt meist nicht darin, dass zu wenig Daten vorhanden sind. Viel häufiger sind die Informationen auf verschiedene Systeme verteilt, schwer vergleichbar oder so umfangreich dargestellt, dass wichtige Entwicklungen im Tagesgeschäft untergehen.

Genau hier kann Reporting-Software einen Unterschied machen.

Sie soll Hotelbetreibern nicht einfach mehr Berichte liefern, sondern dabei helfen, relevante Informationen schneller zu verstehen und bessere Entscheidungen zu treffen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt jedoch stark vom jeweiligen Betrieb ab.

Ein kleines Boutiquehotel benötigt andere Funktionen als eine Hotelgruppe mit mehreren Standorten. Deshalb lohnt es sich, vor der Auswahl genauer zu prüfen, welche Anforderungen wirklich entscheidend sind.

1. Beginnen Sie mit den Kennzahlen, die Sie tatsächlich benötigen

Ein häufiger Fehler bei der Auswahl neuer Software besteht darin, zunächst auf den Funktionsumfang zu schauen.

Anbieter präsentieren Dashboards, Diagramme, automatische Berichte und zahlreiche Kennzahlen. Das kann beeindruckend wirken, sagt aber noch wenig darüber aus, ob die Lösung im Alltag tatsächlich nützlich ist.

Hotels sollten deshalb zuerst definieren, welche Fragen sie regelmäßig beantworten müssen.

Zum Beispiel:

Wie entwickelt sich die Auslastung in den kommenden Wochen? Welche Zimmerkategorien erzielen die höchsten Durchschnittsraten? Welche Vertriebskanäle bringen besonders wertvolle Buchungen? Wie entwickelt sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr oder zum Budget?

Ein gutes Reporting-System sollte diese Informationen schnell zugänglich machen.

Je stärker sich ein Dashboard an den tatsächlichen Entscheidungsprozessen des Hotels orientiert, desto größer ist der praktische Nutzen. Eine große Anzahl zusätzlicher Kennzahlen bringt wenig, wenn die wichtigsten Informationen weiterhin mühsam gesucht werden müssen.

2. Achten Sie auf verständliche Darstellung statt Datenmenge

Reporting ist nur dann wertvoll, wenn die Informationen verstanden werden.

Gerade Management-Dashboards sollten deshalb nicht unnötig kompliziert aufgebaut sein.

Ein Hotelmanager möchte häufig innerhalb weniger Minuten erkennen können, welche Bereiche gut laufen und wo etwas genauer untersucht werden sollte. Dafür braucht es klare Vergleiche, nachvollziehbare Zeiträume und verständliche Visualisierungen.

Zu viele Tabellen und technische Kennzahlen können den gegenteiligen Effekt haben. Statt Klarheit entsteht zusätzlicher Interpretationsaufwand.

Eine gute Hotel-Reporting-Software sollte deshalb unterschiedliche Detailstufen ermöglichen.

Die Geschäftsführung benötigt möglicherweise eine kompakte Übersicht über Umsatz, ADR, RevPAR und zukünftige Auslastung. Ein Revenue Manager möchte dagegen tiefer in Buchungsgeschwindigkeit, Segmententwicklung oder einzelne Zeiträume einsteigen.

Software sollte beide Anforderungen unterstützen, ohne jeden Nutzer mit denselben Informationen zu überladen.

3. Prüfen Sie, welche Datenquellen eingebunden werden können

Reporting-Software ist nur so hilfreich wie die Informationen, auf die sie zugreifen kann.

Wenn wichtige Daten weiterhin manuell exportiert und in Tabellen zusammengeführt werden müssen, bleibt ein wesentlicher Teil des ursprünglichen Problems bestehen.

Deshalb sollten Hotels genau prüfen, mit welchen bestehenden Systemen eine Plattform verbunden werden kann.

Besonders wichtig sind häufig das Property-Management-System, der Channel Manager, die Booking Engine und gegebenenfalls Revenue-Management-, CRM- oder Finanzsysteme.

Eine funktionierende PMS-Integration kann dabei eine zentrale Rolle spielen, da Reservierungs-, Belegungs- und Umsatzdaten häufig im PMS zusammenlaufen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur, ob eine technische Verbindung grundsätzlich möglich ist.

Hotels sollten auch klären, welche Daten tatsächlich übertragen werden, wie häufig die Synchronisierung erfolgt und ob historische Informationen übernommen werden können.

Eine Integration, die nur einen kleinen Teil der benötigten Daten liefert, kann im Alltag deutlich weniger wertvoll sein als zunächst erwartet.

4. Achten Sie auf Zukunftsdaten, nicht nur auf historische Berichte

Viele klassische Hotelberichte konzentrieren sich auf vergangene Leistung.

Wie hoch war die Auslastung im letzten Monat? Wie hat sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr entwickelt? Welche Rate wurde durchschnittlich erzielt?

Diese Informationen sind wichtig, aber sie helfen hauptsächlich dabei, bereits abgeschlossene Entwicklungen zu erklären.

Für operative und kommerzielle Entscheidungen sind Zukunftsdaten mindestens genauso relevant.

Ein gutes Reporting-System sollte deshalb sichtbar machen, wie sich kommende Wochen und Monate entwickeln.

Wenn ein bestimmter Zeitraum deutlich langsamer bucht als üblich, sollte das früh erkennbar sein. Umgekehrt kann eine ungewöhnlich starke Buchungsentwicklung darauf hinweisen, dass Preise oder Verfügbarkeiten überprüft werden sollten.

Zukunftsorientiertes Reporting hilft Hotels dabei, früher zu reagieren, statt Probleme erst im Monatsabschluss zu erkennen.

5. Vergleiche sollten einfach möglich sein

Ein einzelner Wert sagt selten genug aus.

Eine Auslastung von 65 Prozent kann hervorragend oder problematisch sein, abhängig davon, wie viel Zeit bis zum Anreisedatum verbleibt, wie hoch die Auslastung im Vorjahr war und welche Entwicklung eigentlich erwartet wurde.

Deshalb sind Vergleiche ein wesentlicher Bestandteil guten Reportings.

Hotels sollten beispielsweise aktuelle Ergebnisse mit Vorjahreswerten, Budgetzielen oder vorherigen Perioden vergleichen können.

Auch der Vergleich unterschiedlicher Wochentage, Zimmerkategorien oder Vertriebskanäle kann wertvolle Erkenntnisse liefern.

Für Hotelgruppen kommen zusätzliche Ebenen hinzu.

Hier kann es sinnvoll sein, einzelne Häuser, Regionen oder Marktsegmente miteinander zu vergleichen. Dadurch lassen sich Abweichungen erkennen und erfolgreiche Strategien möglicherweise auf andere Standorte übertragen.

Die Software sollte solche Vergleiche ermöglichen, ohne dass Nutzer jedes Mal separate Tabellen erstellen müssen.

6. Berichte sollten an verschiedene Rollen angepasst werden können

Nicht jeder im Hotel benötigt dieselben Informationen.

Die Geschäftsführung interessiert sich möglicherweise stärker für Umsatzentwicklung, Profitabilität und langfristige Trends. Revenue Teams konzentrieren sich auf Nachfrage, Preise und Buchungsgeschwindigkeit. Marketingabteilungen möchten verstehen, welche Zeiträume zusätzliche Nachfrage benötigen.

Ein einheitlicher Bericht für alle kann deshalb schnell unübersichtlich werden.

Flexible Reporting-Plattformen ermöglichen es, Dashboards oder regelmäßige Berichte an unterschiedliche Verantwortungsbereiche anzupassen.

Dadurch erhält jede Person die Informationen, die für ihre Entscheidungen relevant sind.

Diese Personalisierung kann auch dazu beitragen, dass Reporting im Alltag tatsächlich genutzt wird. Wenn Mitarbeitende jedes Mal zahlreiche irrelevante Kennzahlen ausblenden müssen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie das System regelmäßig verwenden.

7. Automatisierte Berichte können Zeit sparen

Viele Hotels erstellen weiterhin regelmäßige Berichte manuell.

Daten werden aus verschiedenen Systemen exportiert, in Tabellen übertragen, verglichen und anschließend an verschiedene Personen verschickt.

Dieser Prozess kann jede Woche oder jeden Monat mehrere Stunden beanspruchen.

Automatisierte Berichte können einen Teil dieser Arbeit reduzieren.

Management-Teams können beispielsweise regelmäßige Performance-Übersichten erhalten, ohne dass jedes Mal jemand einen neuen Bericht erstellen muss.

Dabei sollte Automatisierung jedoch nicht dazu führen, dass Berichte ungelesen im Postfach landen.

Entscheidend ist, dass die Informationen relevant, verständlich und auf konkrete Entscheidungen ausgerichtet sind.

Automatisierung spart dann am meisten Zeit, wenn sie einen bestehenden manuellen Prozess ersetzt und gleichzeitig die Qualität der Informationen verbessert.

8. Mobile und standortunabhängige Nutzung kann wichtig sein

Hotelmanagement findet nicht ausschließlich hinter einem Schreibtisch statt.

General Manager bewegen sich durch den Betrieb, Eigentümer befinden sich möglicherweise nicht täglich vor Ort und Verantwortliche von Hotelgruppen betreuen mehrere Standorte.

Cloudbasierte Reporting-Systeme können hier einen praktischen Vorteil bieten.

Wenn wichtige Kennzahlen sicher über unterschiedliche Geräte erreichbar sind, müssen Entscheidungen nicht darauf warten, dass jemand wieder an seinem Bürocomputer sitzt.

Gerade bei ungewöhnlichen Entwicklungen kann schneller Zugriff hilfreich sein.

Eine plötzlich schwache Buchungsentwicklung, ungewöhnlich hohe Stornierungen oder ein stark anziehender Zeitraum können früher erkannt und überprüft werden.

Dabei sollten mobile Nutzung und Komfort jedoch immer mit angemessenen Zugriffsrechten und Sicherheitsstandards verbunden sein.

9. Denken Sie an Benutzerfreundlichkeit und Schulungsaufwand

Eine technisch leistungsfähige Plattform bringt wenig, wenn nur eine Person im Unternehmen sie bedienen kann.

Reporting-Software sollte deshalb nicht ausschließlich nach analytischer Tiefe bewertet werden.

Auch Bedienbarkeit spielt eine wichtige Rolle.

Können neue Nutzer das Dashboard schnell verstehen? Lassen sich Berichte ohne technische Vorkenntnisse erstellen? Ist klar, woher bestimmte Zahlen stammen? Können Filter und Zeiträume einfach verändert werden?

Je intuitiver die Software ist, desto leichter lässt sie sich im Unternehmen etablieren.

Das ist besonders wichtig für kleinere Hotels, in denen keine eigene Business-Intelligence-Abteilung existiert.

Ein System sollte den Zugang zu Daten vereinfachen und nicht eine neue technische Hürde schaffen.

10. Prüfen Sie Datenschutz, Sicherheit und Zugriffsrechte

Reporting-Plattformen können sensible Geschäfts- und Gästedaten verarbeiten.

Deshalb sollten Datenschutz und Sicherheit bereits vor der Einführung geprüft werden.

Hotels sollten unter anderem klären, wo Daten gespeichert werden, welche Sicherheitsmaßnahmen der Anbieter einsetzt und wie Zugriffsrechte verwaltet werden können.

Nicht jeder Mitarbeitende sollte automatisch Zugriff auf sämtliche finanziellen oder personenbezogenen Informationen erhalten.

Rollenbasierte Berechtigungen ermöglichen es, Daten gezielt für bestimmte Nutzer freizugeben.

Auch regelmäßige Backups, Verschlüsselung und der Umgang mit Systemausfällen gehören zu den Fragen, die bei der Softwareauswahl berücksichtigt werden sollten.

Reporting sollte Entscheidungen unterstützen, nicht nur dokumentieren

Die beste Reporting-Plattform ist nicht zwangsläufig diejenige mit den meisten Diagrammen oder Kennzahlen.

Ihr Wert zeigt sich darin, ob sie den Entscheidungsprozess verbessert.

Kann das Management früher erkennen, dass ein Zeitraum schwächer als erwartet läuft? Werden profitable und weniger profitable Vertriebskanäle sichtbar? Lassen sich Preisentscheidungen besser nachvollziehen? Werden wiederkehrende manuelle Berichte überflüssig?

Wenn diese Fragen mit Ja beantwortet werden können, erfüllt die Software einen konkreten geschäftlichen Zweck.

Reporting sollte deshalb nicht als reine Dokumentation betrachtet werden.

Richtig eingesetzt wird es zu einem Werkzeug, das Hotels dabei unterstützt, Muster schneller zu erkennen und aus vorhandenen Daten konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Fazit

Bei der Auswahl von Reporting-Software sollten Hotels nicht danach suchen, möglichst viele Daten in einem einzigen System zu sammeln.

Entscheidend ist, ob aus diesen Daten verständliche und relevante Informationen entstehen.

Ein gutes System verbindet wichtige Datenquellen, ermöglicht einfache Vergleiche, stellt sowohl historische als auch zukünftige Entwicklungen dar und passt sich an unterschiedliche Nutzerrollen an.

Gleichzeitig sollte es intuitiv bedienbar, sicher und mit der bestehenden Hoteltechnologie kompatibel sein.

Wer vor der Auswahl genau definiert, welche Entscheidungen durch bessere Daten unterstützt werden sollen, kann deutlich leichter beurteilen, welche Lösung wirklich zum eigenen Betrieb passt.

Denn gutes Reporting bedeutet nicht, mehr Zahlen zu sehen. Es bedeutet, schneller zu verstehen, welche Zahlen wichtig sind und was daraus als Nächstes folgen sollte.

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