Happy Pride! Diese 8 Filme stellen die LGBT-Community endlich mal authentisch dar

© Unsplash / Markus Spiske
Sascha Falkner
28.06.2019

Der Sommer steht wieder ganz im Zeichen der Regenbogenflagge – und einem großen Jubiläum. Die Menschen aus der ganzen Welt feiern „50 Jahre Pride“ gemeinsam mit der LGBT-Community. Für Toleranz, Akzeptanz und Equality. Und für die Party-Muffel oder diejenigen, die mit dem Thema LGBT überhaupt nichts anfangen können: Schaut euch diese 8 Filme an, denn LGBT und Equality stehen nicht nur für Glitzer und Drag Queens auf Paradewagen.

Die Pride-Paraden sind los: Von WorldPride in New York City bis hin zum Christopher Street Day que(e)r durch Europa. In diesem Sommer wird es wieder bunt und ausgelassen in den Straßen der Metropolen dieser Welt. Und das zurecht, denn immerhin haben wir Schwulen und Lesben einen sehr langen, weiten und oftmals steinigen Weg hinter uns gelegt.

Mit dem CSD wird dem Stonewall-Aufstand, bei dem sich am 27. Juni 1969 Gruppen von Schwulen und Lesben auf der New Yorker Christopher Street erstmals gegen Polizei-Razzien durchsetzen, gedacht. Es galt damals als erste LGBT-Bewegung und als Geburt der Gleichstellung. In Deutschland findet der CSD mit großen Paraden jedes Jahr seit 1972 in fast allen Großstädten statt. Die größte Parade findet während der ColognePride, einer von vielen weltweiten Pride-Events, statt. Viele davon ziehen sich über mehrere Tage oder gar Wochen.

2019 stellt für die Pride jedoch ein ganz besonderes Jahr dar: Es zelebriert den 50. Jahrestag von Stonewall. Vor allem in New York City steppt beim diesjährigen Stonewall 50: WorldPride 2019 Event der Bär. Die Feierlichkeiten ziehen sich durch den ganzen Juni und werden mit dem Pride Island Festival vom 29. Juni bis 1. Juli den Höhepunkt liefern. Hier, auf dem Pier 97, werden Künstler wie Grace Jones, Teyana Taylor sowie Ehrengast Madonna auf der Bühne die Party zum Überlaufen bringen und gemeinsam mit ihren LGBT-Fans feiern.

Man muss sich keinen Stempel aufdrücken

So wichtig und toll es auch ist, Equality zu feiern: Der Begriff steht nicht nur für schillernde Paraden mit Drag Queens uns halbnackten Männern, die durch die Straßen ziehen. Ich sitze im selben Boot, daher weiß ich, wovon ich spreche. Man muss sich keinen Stempel aufdrücken oder sich zu irgendeiner „Gruppe“ zählen. Equality bedeutet Gleichstellung. Und dazu gehört das gleiche Recht für alle, jeden zu lieben, den man möchte – ganz unabhängig vom Geschlecht. Dazu bedarf es eigentlich keinerlei Paraden, sondern lediglich ein wenig gesunden Menschenverstand.

Generell wird die LGBT-Community in den Medien überwiegend zu stereotypisch dargestellt. Als Teil dieser Gemeinschaft muss man nicht unbedingt „herausstechen“. Es ist schon fast so, als müsste das so sein. Als müsste man ganz offen provozieren und zeigen: Schau, ich bin schrill, ich bin queer, ich bin ein Label, das für Equality steht. Dem ist aber nicht so. Vielmehr geht es hier um Menschlichkeit und um die Beziehung zweier Menschen, die das selbe Geschlecht haben. Das ist eigentlich so normal wie das Atmen und gehört zum Leben dazu.

Pride basiert auf persönlichen Geschichten

Es verbirgt sich stets eine sehr persönliche Geschichte dahinter – oftmals verbunden mit Hürden wie Angst vor dem Comingout, vor Intoleranz und Inakzeptanz und Mobbing. Geschichten aus dem Leben von Homosexuellen, die sich über die Jahrzehnte hinweg durchaus anders erzählen lassen und in sich einen anderen Lauf nehmen. Von dem Versteckspielen bis hin zur Tatsache, dass man die Person, die man liebt, nicht lieben darf. Ganz zu schweigen von der AIDS-Epidemie, die in den 80er Jahren aufkam und wie ein dunkler Schandfleck auf der Gay-Gesellschaft haftet. All diese Hürden sind heute leichter zu meistern, denn die Welt ist ein toleranterer und intelligenterer Ort geworden. Love is love – das ist alles, was zählt und alles, was es zu feiern gibt und „Equality“ ausmacht.

Pride-Paraden erzählen keine Geschichten. Sie feiern die Geschichte. Aber manche Geschichten, wie sie realer und authentischer nicht sein könnten, haben es dann doch geschafft, in Filmen erzählt zu werden. Geschichten darüber, wie hart es ist, als Homosexueller glücklich und unbeschwert zu leben, Liebe zu finden (und zu halten) und Akzeptanz zu finden. Und natürlich spielen Sex und die sexuelle Erkundungsreise ebenfalls eine wichtige Rolle. Alles das, was wir mit Pride feiern, hat einen Ursprung – und den findet man in den Lebensgeschichten.

Diese 8 Filme zeigen die LGBT-Community mal auf ganz authentische Art und Weise:

1

Weekend (2011)

Eine sehr realistischer Film über zwei Kerle, die sich in England in einem Club kennen lernen und ein intimes Wochenende miteinander verbringen. Zwischen Sex und persönlichen Gesprächen beginnt sich etwas zwischen den beiden zu entwickeln – doch einer von beiden plant das Land bald zu verlassen.

2

Carol (2015)

Eine ältere Frau verliebt sich in eine jüngere Frau – im 50er Jahre New York. Dass es sich hierbei um eine „verbotene Liebe“ handelt dürfte klar sein. In dieser emotionalen und ehrlichen Liebesgeschichte wird der persönliche Kampf der beiden Frauen gegen die Gesellschaft thematisiert. Heute so kaum noch vorstellbar…

3

Holding the Man (2015)

Dieses australische Gay-Drama basiert auf einer wahren Begebenheit und den Memoiren des Schriftstellers Timothy Conigrave. Es erzählt die Liebesgeschichte zwischen ihm und seinem Partner John, die sich als Teenager in den 70er Jahren verlieben und gegen die Ablehnung ihrer Familien ankämpfen müssen. Die tragische Story erstreckt sich bis in die 90er Jahre und thematisiert auch das dunkle Kapitel AIDS.

4

Eine Nacht in Rom (2010)

Eine lesbische Single-Spaniern und eine heterosexuelle verlobte Russin treffen sich zufällig in Rom. Es ist ihre letzte Nacht und beide landen im Hotelzimmer. Es beginnt eine sexuelle Abenteuerreise bei der Gefühlschaos vorprogrammiert ist…

5

Call Me by Your Name (2017)

Dieser von Kritikern hochgelobte Film erzählt von der Affäre zwischen einem Siebzehnjährigen und eines 24-jährigen Amerikaners während eines Sommerurlaubs in Italien der 80er Jahre. Völlig ohne Klischees wird hier eine Geschichte von sexueller Neugier, Selbstfindung und unerfüllter Liebe erzählt…

6

Blau ist eine warme Farbe (2013)

In diesem französischen LGBT-Drama geht es um die Findung der sexuellen Identität einer jungen Teenagerin. Diese verliebt sich in eine junge Frau und muss sich dabei auch noch mit homophoben Mitschülerinnen herumschlagen. Vielmehr konzentriert sich die Geschichte aber auf die Beziehung der beiden Mädchen, auf ihr Heranwachsen und die Hürden, die sie als lesbisches Paar auch untereinander meistern müssen.

7

Tomboy (2011)

Dieser französische Film erzählt die Geschichte der kleinen Laure, die viel lieber ein Junge wäre und sich nach einem Umzug auch als solcher ausgibt. In der Schule ist sie für alle Michael und verliebt sich auch noch in ein anderes Mädchen. Eine rührende Geschichte um ein Kind, das bereits sehr früh merkt, dass es im falschen Körper geboren wurde…

8

The Danish Girl

Diese emotionale Geschichte beruht ebenfalls auf einer wahren Begebenheit und erzählt von der transsexuellen Lili Elbe, die sich als erster Mensch in den 1930ern einer Geschlechtsumwandlung unterzog. Die Story erzählt den Werdegang des anfangs verheirateten heterosexuellen Einar, der merkt, dass er in Wirklichkeit im falschen Körper steckt, und irgendwann die mutige Entscheidung trifft, Lili zu werden…

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