Liebe auf den ersten Track: Macht Musikgeschmack sexy?

Musikgeschmack
Alexa Wittkugel
13.03.2019

Wie entscheidend ist der Musikgeschmack bei der Auswahl eines potenziellen Partners? Kann man trotz unterschiedlichem Musikgeschmack zueinander finden oder spielt das überhaupt gar keine Rolle für das Kennenlernen oder die Beziehung? 

„Wir haben eigentlich den ganzen Abend nur Musik gehört und es war mega schön. Komisch irgendwie, eigentlich ist er so gar nicht mein Typ, aber ich will ihn gerne wiedertreffen …“

So oder so ähnlich mag es gewesen sein, als ich meinen Freundinnen von meinem Date erzählt habe, zu dem ich erst gar nicht gehen wollte. Ich kannte ihn zwar nur flüchtig, aber ich war schon vorher der festen Überzeugung, dass die ganze Sache kein Potenzial hätte. Warum ich trotzdem gegangen bin? Weiß ich nicht. Langeweile? Jedenfalls hatte sich mein Blick auf den Typen nach einem Date radikal gedreht. Und das aus dem simplen Grund, dass er mir Musik gezeigt hatte, die genau meinen Geschmack getroffen hatte. Das Attraktivitäts-Level erreichte unmittelbar sein Maximum und die rosarote Brille wurde aufgesetzt. Und das war kein Ausnahmefall.

Hilft der Musikgeschmack beim Kennenlernen wirklich?

Warum ist das so? Und bin ich die Einzige, die so empfindet? Ich habe viel in meinem Freundeskreis darüber diskutiert und zuerst einmal, scheine ich nicht die Einzige zu sein, die diese Erfahrung gemacht hat. Zum Glück! Sogar bei Dating-Apps findet sich das Phänomen wieder. Bei Tinder wird gerne mal nur deshalb nach rechts geswiped, weil der hinterlegte Spotify-Track attraktiv ist. Tatsache! Und wie ich finde, gut so! Denn es ist unfassbar bereichernd zu erkennen, wie viel vielseitiger Attraktivität gestaltet sein kann, als nur durch optische Merkmale. Und dass gerade bei Plattformen wie Tinder, bei denen es in erster Linie nur um die Optik geht. Aus „Liebe auf den ersten Blick“ wird „Liebe auf den ersten Track“.

Klingt neu-romantisch und vielversprechend. Dennoch gehört noch mehr dazu. Nur weil er denselben Fabel für Aretha Franklin oder Nina Simone pflegt, hat man nicht gleich sein Soulmate gefunden, auch wenn es um Soulmusik geht. In meinem Eingangsbeispiel wurde auch nichts draus. Aber der Musikgeschmack kann ein guter Anfang sein, und über Musik zu sprechen, sorgt definitiv für genügend Gesprächsstoff beim ersten Date. Vielleicht geht es auch nicht immer um den Geschmack, sondern überhaupt um die Liebe zur Musik. Wer kennt das nicht: Musik ist die Sprache der Leidenschaft, wenn man ihr nur die Chance gibt.