„Warum nicht mal ein Türke?”: Wird Serdar Somuncu Kanzler?

Josefine Rose
03.12.2016

Ein Scherz? Nein, bitterer Ernst – mit diesen Worten kündigt Kabarettist und Autor Serdar Somuncu folgendes an: 2017 wird er als Spitzenkandidat für die Satirepartei „Die PARTEI“ bei der Bundestagswahl 2017 antreten! Der vorläufige Slogan könnte passender nicht sein: „Warum nicht mal ein Türke?”. Wird Serdar Somuncu also der neue Kanzler?

In seiner Kolumne für die „Wirtschaftswoche” erklärt der türkischstämmige Komiker, warum er antritt und kommt auch direkt zur Sache: „Liebes Volk, schnallt euch an. Ich nominiere mich, ich will der erste türkische Bundeskanzler Deutschlands werden. Und dann ist Schluss mit lustig. Vor allem für Erdo, Angie und Konsorten. Kein erpresserischer Deal mehr um Flüchtlinge, keine permanente Alternativlosigkeit im Strom der Möglichkeiten, kein Hin und Her bei Beitrittsverhandlungen und kein zaghaftes Zögern beim Anprangern von Völkermord und Menschenrechtsverletzungen. Ab sofort wird Klartext gesprochen!”

Serdar Somuncu als neuer Kanzler? Eher nicht… Oder doch?

Seine ersten Wahlversprechen machte der künftige Kanzlerkandidat bereits öffentlich. Was er fordert? Folgendes: Kopftuch- und Kruzifixverbot, die Homo-Ehe soll verpflichtend, die Autobahnmaut eingeführt werden. Veganes Leben soll geächtet, und Steuern komplett abgeschafft werden.
Eines ist hierbei natürlich klar: Seine Forderungen sind – ähnlich wie die Partei „Die PARTEI” selbst – selbstverständlich als Satire zu verstehen! Nichtsdestotrotz steckt für Somuncu auch eine Menge Ernst hinter der Kandidatur: „Deutschland gehört auch nicht den Idioten auf der Straße, die behaupten, sie seien das Volk. Mein Deutschland, das ist eine gemeinsame Auffassung von Solidarität und Zusammenhalt”, scrheibt er in seiner Kolumne. Dass er im kommenden Jahr eine ernstzunehmende Chance bei der Bundestagswahl haben wird, wird von Experten stark bezweifelt, aber jetzt mal ganz ehrlich: Wenn es in Amerika Donald Trump ins Weiße Haus geschafft hat, warum dann nicht vielleicht auch hierzulande ein Türke ins Kanzleramt?

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