Welchen wissenschaftlichen Nutzen hat CBD-Öl wirklich?

cbd öl
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Tom Bellamy
17.05.2022

Wenn man alles glauben darf, was in den Promi-Zeitschriften geschrieben steht, ist CBD-Öl das ultimative Heilmittel für jede Krankheit auf der Welt. Die Realität sieht natürlich anders aus: Viele der angeblichen Effekte des Hanfextrakts erweisen sich bei näherer Betrachtung als Unfug. 

Aber selbst der größte Skeptiker muss zugeben, dass Tausende von Menschen regelmäßig CBD-Öl und ähnliche Produkte von namhaften Herstellern wie Cibdol kaufen. Das lässt sich kaum dadurch erklären, dass alle dem Placeboeffekt verfallen seien. Und die Wissenschaft bestätigt diese Vermutung: Wie Studien belegen, kann die Einnahme von CBD durchaus einen Nutzen bei Beschwerden haben. Im Folgenden fassen wir ein paar dieser Beschwerden zusammen und erläutern, wie CBD diese lindern kann.

Arthritis 

Gelenkentzündungen, medizinisch als Arthritis bekannt, sind eine echte Volkskrankheit. Millionen von Deutschen sind laut RKI betroffen, in der Altersgruppe über 65 ist es sogar jeder Zehnte. Zur Behandlung wird in der Regel Kortison verwendet, das sich allerdings nur für die Behandlung von akuten Entzündungsschüben eignet, da es bei längerem Gebrauch schwere Nebenwirkungen verursachen kann. CBD könnte eine Alternative darstellen, die sich auch längerfristig zwischen Entzündungsschüben anwenden lässt. Denn der Stoff wirkt entzündungshemmend und kann so einer Verschlechterung der Krankheit vorbeugen. In einer Studie aus dem Jahr 2006 verbesserte eine CBD-haltige Arznei sowohl die Schmerzen durch Arthritis als auch die Schlafqualität der Betroffenen.  

Epilepsie 

Von Epilepsie sind in Deutschland schätzungsweise 400.000 bis 800.000 Personen betroffen. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind oft verheerend: Der Besuch im Schwimmbad, die Teilnahme am Straßenverkehr oder das Kochen werden zur Gefahr und sind nur noch unter Sicherheitsvorkehrungen möglich. Außerdem stören Anfälle in der Nacht den Schlaf und können zu einer weiteren Verstärkung der Symptome führen. Einige Formen von Epilepsie lassen sich mit CBD besonders gut therapieren. Beim Lennox-Gestaut-Syndrom und beim Dravet-Syndrom reduziert es bei rund einem Viertel der Probanden die Häufigkeit von Anfällen um 50 % oder mehr, ohne größere Nebenwirkungen auszulösen. 

Chronische Schmerzen 

Ob CBD tatsächlich gegen chronische Schmerzen hilft, war unter Wissenschaftler:innen lange umstritten. Die meisten Studien zu diesem Thema wurden bei Tieren durchgeführt. Allerdings war unklar, inwiefern sich die Ergebnisse von solchen Versuchen auf den Menschen übertragen lassen. Die wenigen klinischen Studien, die es gab, wurden zudem mit einer Mischung von THC und CBD durchgeführt, sodass sich nicht eindeutig sagen ließ, welcher Stoff für die Wirkung verantwortlich war oder ob die Kombination der beiden Stoffe schmerzlindernd wirkt. Mittlerweile gibt es aber einige Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass CBD allein eine schmerzlindernde Wirkung bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder neuropathischen Schmerzen hat. 

Diabetes 

Dass CBD auch bei Diabetes helfen könnte, ist eine überraschende Erkenntnis, die Forscher:innen der Universität von Jerusalem zu verdanken ist. Sie entdeckten 2008, dass CBD bei Mäusen die Entstehung von autoimmuner Diabetes verhindert. Seither zeigten weitere Studien, dass CBD helfen kann, den Insulinhaushalt zu regulieren und außerdem die Körperzellen vor den Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckerspiegels schützt. 2021 wurde in der Zeitschrift der American Diabetes Association ein Fall beschrieben, in dem ein Mann die Gabe von Insulin durch die tägliche Einnahme von CBD ersetzen konnte, ohne dass sich dies negativ auf seinen Blutzucker ausgewirkt hätte. Sollten umfangreichere Studien diesen Effekt bestätigen, wäre das eine echte Sensation. Denn nach neuen Mitteln zur Behandlung von Diabetes wird schon seit Langem erfolglos gesucht.

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